Zwischen Township und Traum

Jeandré und Ashwin (Namen geändert) kommen schon seit ein paar Jahren in unseren Gottesdienst und sind seit Beginn der Jugendarbeit auch dort mit dabei. Sie leben schon länger mit Gott und wurden in unserer Gemeinde getauft. Doch die Frage bleibt: Was können sie aus ihrem Leben machen?

Vor fast einem Jahr haben sie ihren Schulabschluss gemacht, aber Geld für eine Ausbildung oder ein Studium gibt es zu Hause nicht. Jeandré hat eine besondere Stimme und singt schon seit Jahren überall mit, wo sich eine Gelegenheit bietet. Ashwin hat Talent im Rappen, besonders aber im Kreieren von Beats mit unterschiedlichen Programmen.

Seit sechs Jahren arbeiten sie an eigenen Texten und Liedern – ausdauernd, kreativ, entschlossen. Und doch oft allein. Denn in ihrem Township gibt es niemanden, der ihnen zeigt, wie das geht. Musikunterricht ist ohnehin nicht realistisch.

Dieses Jahr durfte ich die beiden noch besser kennenlernen. Für unser Krippenspiel haben wir gemeinsam einen Rap geschrieben, und Jeandré und Ashwin haben uns wirklich beeindruckt. Für sie war das ein entscheidender Moment.

Jeandré sagte zu mir: „Das ist das erste Mal, dass wir einen unserer Songs aufführen – endlich geht es irgendwohin.“ In diesem Satz lag so viel Hoffnung.

In diesem Jahr hoffen wir, dass sie durch ein FSJ bei EMI Vertrauen, neue Hoffnung und echte Perspektiven gewinnen. Musikproduzenten kennen wir nicht. Aber was wir haben, wollen wir einsetzen, damit Jeandré und Ashwin mit dem Talent, das Gott ihnen gegeben hat, ihren Platz finden – und sich nicht länger allein von ihren Umständen begrenzen lassen müssen.

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