Zwischen Hoffen und Bangen

Neulich durfte ich eine Klientin zu einem Arzttermin begleiten. Für mich war das das erste Mal, normalerweise machen dies unsere „Begleiterinnen“: Sie begleiten Frauen, die aus der Prostitution aussteigen, zu wichtigen Terminen im Alltag – um Übersetzungshilfe zu leisten oder einfach emotional zu unterstützen. Viele Klientinnen erleben solche Termine „zwischen Hoffen und Bangen“.

Gemeinsam zur Untersuchung

Heute durfte also ich mit. Während Ella* und ich warteten, zeigte sie mir ein Schreiben ihrer Krankenkasse und ich erklärte ihr, worum es ging. Nach einigen Minuten wurde Ella aufgerufen und wir betraten das Untersuchungszimmer. Die Ärztin war sehr freundlich und nahm sich Zeit. Dennoch konnte ich Ellas Anspannung spüren: War alles in Ordnung? Sie fühlte sich seit Monaten schwach und antriebslos…

Nach der Untersuchung besprachen wir auf einem kleinen Mäuerchen an der Straße sitzend ihre Ergebnisse. Es gab einiges an Folgeuntersuchungen und notwendige Medikation, doch Ella war dankbar für mehr Klarheit. Sie bedankte sich herzlich für meine Begleitung.

Für mein Team und mich sind solche Alltagsbegleitungen ein Vorrecht. Die Lebenssituationen der Klientinnen sind häufig sehr schwierig und es fällt ihnen nicht leicht, um Unterstützung zu bitten und diese anzunehmen. Doch immer wieder dürfen wir entdecken, was durch vertrauensvolle Beziehungen möglich wird und wie „Wunder-voll“ Gott sich das mit der Gemeinschaft gedacht hat – Er selbst lebt uns das vor und lädt uns immer wieder dazu ein. Halleluja!

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