Zwischen Hoffen und Bangen
Die Tür zum Operationssaal schloss sich vor mir. Ich ging zurück ins Zimmer und kniete mich ans leere Bett meiner kleinen Tochter. Alles hatte mit einem Kaffeetrinken am
Tag zuvor begonnen. Und jetzt schien nichts mehr so zu sein wie vorher. War es die richtige Entscheidung, sie hier operieren zu lassen? Alles, was blieb, war ein Gebet: „Bitte bewahre sie.“
Ich nutzte die Gelegenheit, um in der Nähe etwas zu essen, nur um dann im Eilschritt wieder in die Klinik zu laufen. Gerade als ich am OP vorbeiging, flog die Tür auf.
„Sind Sie der Papa von Mila?“, fragte mich eine OP-Schwester. „Ja.“ „Kommen Sie schnell, der Chirurg muss mit Ihnen sprechen.“
Wenn das Leben dich zerreißt
Ein dumpfer Schlag gegen den Kopf. Was wie ein harmloser Unfall beim Spielen aussah, wurde schlagartig zum ernsten Notfall. Die CT-Untersuchung
zeigte, dass der Schädel gebrochen war. Katastrophengeschichten aus anderen Krankenhäusern schossen mir durch den Kopf. Und doch blieb uns nichts anderes übrig, als sie in einer Neurochirurgie operieren zu lassen.
Ich kniete am Altar unserer Missionskapelle. Tränen liefen mir übers Gesicht. Mit erstickter Stimme betete ich: „Vater, ich gebe dir meine Tochter, wenn du sie zurückhaben willst. Aber wenn du eine Berufung für sie hast, dann bestätige diese heute.“
Sein Wort gibt Hoffnung
„Die ganze Welt soll unseren Gott preisen und ihn mit lauter Stimme loben. Denn unser Leben liegt in seiner Hand, er bewahrt unsere Füße vor dem Stolpern. Gott, du hast uns auch geprüft und uns gereinigt wie Silber im Schmelzofen. Du hast uns in deinem Netz gefangen und uns eine drückende Last auferlegt. Du hast unseren Feinden erlaubt, uns zu Boden zu trampeln. Durch Feuer und Flut mussten wir gehen, doch du hast uns herausgeholt und uns reich beschenkt.“
Noch während wir die Verlegung vorbereiteten, erreichten mich diese Zeilen, diese Verse 8-12 aus Psalm 66. Lucas, unser ältester Sohn, hatte vom Unfall seiner kleinen Schwester erfahren. Er hatte in seiner Verzweiflung die Bibel aufgeschlagen, genau bei Psalm 66. Es waren Worte der Hoffnung, die wir in diesem Moment brauchten.
