Zehn Jahre in Uganda
Im August durften wir unser 10-jähriges Jubiläum in Uganda feiern! Wir hätten uns niemals erträumt, so lange auf dem Missionsfeld zu sein. Einen kleinen Rückblick auf zehn Jahre Missionsarbeit in dem „Village of Eden“ und einen kleinen Ausblick im August 2013 landeten wir, Wilhelm und Lilli, mit fünfen unserer sechs Kinder in Entebbe (Uganda). Die ersten Monate mit der Eingewöhnung in die neue Umgebung und die neue Kultur waren sehr herausfordernd: Die Kinder waren mit Homeschooling beschäftigt und wir versuchten (vergeblich), ein paar Vokabeln in Luganda zu erlernen. Heute, zehn Jahre später, hat sich unsere Familie verdoppelt – es sind zwei Pflegekinder, zwei Schwiegersöhne und vier Enkelkinder dazugekommen. Am Jahresende werden wir nur noch mit unseren beiden Jüngsten – Joy und Boaz – in Uganda leben; alle anderen Kinder sind mittlerweile wieder in Deutschland.
„53 Hektar Weideland in ein Kinderdorf verwandeln“
… das war unsere Aufgabe (und das ist sie immer noch). Wo fängt man da an? Man baut Wohnhäuser, eine Schule, eine Kirche und eine Klinik und füllt sie mit Kindern und mit Personal. Man verbindet die Häuser mit Straßen, verlegt Leitungen für Wasser und Strom und schon hat man ein funktionierendes Waisendorf. Das ist jetzt grob vereinfacht, aber so haben wir es gemacht – und wir sind noch nicht fertig. Wir sind immer noch mittendrin!
„Und wo kommen die Kinder her?“
Buchstäblich von überall. Sie haben entweder eine zerrüttete Familie oder gar keine, manch eines wurde am Straßenrand ausgesetzt, ein anderes in ein Plumpsklo geworfen, einige haben unheilbare Krankheiten wie HIV oder Sichelzellanämie oder sind auf Hilfe angewiesen; aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie brauchen ein sicheres Zuhause, wo sie versorgt und geliebt werden. Das geben wir ihnen im Village of Eden! Zurzeit wohnen bei uns etwa 50 Kinder.
Was sind unsere Aufgaben?
Vor zehn Jahren haben wir fast alles gemacht, was nötig war; heute sind unsere Aufgaben definiert: Lilli leitet das Ernährungs-Programm für unterernährte Kinder. Hier werden Kinder aus der Umgebung, die (aus verschiedenen Gründen) unterernährt sind, behandelt und aufgepäppelt und die Mütter oder Großmütter geschult in Ernährungs- und Gesundheitslehre.
Ich, Wilhelm, leite die geistliche Arbeit im Kinderdorf und bin Pastor der Gemeinde. Mit meinem Team sorge ich im Village of Eden für die täglichen Andachten und dafür, dass die Kinder in der Nachfolge angeleitet werden.
Wie geht es weiter?
Weiterhin sehen wir unseren Platz hier im Village of Eden. Wir haben immer gesagt: „Mal sehen, wie unsere Kinder mitmachen.“ Nach zehn Jahren können wir nun immer noch sagen, dass wir diese Missionsarbeit gemeinsam als Familie machen – die Kinder sind zwar nicht alle vor Ort, doch haben wir ihre volle Unterstützung. An der Adoption unserer Pflegekinder Joy und Boaz arbeiten wir mit Hochdruck; das erweist sich hier vor Ort leider viel langwieriger als gedacht.
Für uns ist es immer äußerst ermutigend zu sehen, wie die Kinder im Village of Eden sich entwickeln und was aus ihnen wird. Neuankömmlinge verändern sich in kürzester Zeit; und die schon länger da sind, übernehmen mehr und mehr Verantwortung, einige arbeiten mittlerweile schon richtig mit. Das weiterhin zu erleben und begleiten zu dürfen, das wollen wir nicht missen.
