Wo das Dunkel erblüht
Etwas schüchtern stand eine junge Frau vor uns, begleitet von zwei Freundinnen. Kurz zuvor hatte ich auf einer Musikerkonferenz von unserer Arbeit bei PERMISSION erzählt und das Buch „Wo das Dunkel erblüht“ von Andrew Peterson vorgestellt. Darin beschreibt er die Dringlichkeit, dass Menschen Gott und die Welt aus ihrer eigenen Perspektive heraus zum Ausdruck bringen. Jeder sieht Gott und die Welt anders und hat damit etwas mitzuteilen. Auf diese Weise ermutigen wir einander, denn, wie Bonhoeffer es ausdrückte: „Der Christus im eigenen Herzen ist schwächer als der Christus im Worte des Bruders.“
Offensichtlich hatte das in ihr etwas angestoßen: den Wunsch, ihre gottgegebenen Talente zu entdecken und einzusetzen. Genau das ist unser Anliegen: dass Menschen ihre Berufung leben, Gemeinschaft erfahren und Gott anbeten. Dafür veröffentlichen wir Bücher und Hörbücher und bieten Workshops an. In solchen Gesprächen wird eine Spannung spürbar, die viele kennen: Unser Leben ist geprägt von Brüchen und Begrenzungen; wir sehen nicht klar, handeln nicht immer frei und erleben, wie unser Handeln von den Folgen des Sündenfalls geprägt ist.
Trotz allem bleibt die Sehnsucht nach Schönheit, nach Sinn, nach Erfüllung, nach der Ewigkeit.
Wir ahnen, dass dieses Leben nicht alles ist, und wünschen uns, etwas mit Ewigkeitswert zu schaffen. Gottes Auftrag geschieht nicht losgelöst von dieser Spannung, sondern mitten darin. Etwas Schönes und Bedeutsames zu erschaffen, ist schwer und es allein zu schaffen, ist unmöglich. Deshalb braucht es Gemeinschaft.
Umso mehr freute ich mich, der jungen Frau von einem Workshop erzählen zu können, der genau an ihrem Interesse anknüpft. Dort kommen Christen zusammen, die sich gegenseitig unterstützen, ihre Gaben zu entfalten und schöne Werke zur Ehre ihres Schöpfers zu kreieren.
