„Wir brauchen dich!“
Mit diesen Worten begrüßte mich eine Frau vom indigenen Volk der Mbyá, bei deren Haus wir uns mit ihrem Volk treffen. Wegen schlechten Wetters waren wir längere Zeit nicht gekommen. „Wir wollen Kleider und Medizin“, erklärte sie. Innerlich schmunzle ich – wie verschieden unser Denken doch ist: Für uns ist der Grund dieser Einsätze in den einzelnen Siedlungen das Wort Gottes, das Licht in ihre Dunkelheit und Freude in ihre Traurigkeit bringen soll; Kleider, Lebensmittel und Medizin sind nur eine Zugabe, um zu zeigen, dass sie
uns wichtig sind. Leider verstehen sie diese Sprache nicht.
Vor Jahren, als wir noch Grundnahrungsmittel brachten, reichte manchmal die Zeit nicht zur Verkündigung, weil ein Gewitter aufzog. Das waren dann immer Einsätze, die uns unzufrieden machten, weil das Wichtigste fehlte.
Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus
Ab und zu lasse ich in der Verkündigung einfließen, dass die meisten ja da seien, um die „Geschenke“ mitzunehmen oder an Medizin zu kommen; doch das Wichtigste ist, dass sie sich für den richtigen Weg in die Ewigkeit entscheiden. Niemand wird dazu gezwungen, wie man das uns Missionaren nachsagt. Es ist nötig, dass die Einzelnen den Willen ihres Schöpfers durch sein heiliges Wort kennenlernen, das ist für eine Entscheidung das Ausschlaggebende.
Licht in der Finsternis
Oft merkten wir schon: Wenn wir an einem Ort längere Zeit gearbeitet haben mit biblischen Geschichten, begleitet von Bibelversen, wird die Atmosphäre leicht. Das Vertrauen wächst. Doch haben wir 2016 erleben müssen, wie alles wieder in die Finsternis stürzte, als ein Zauberer direkt neben dem Wohnort, wo wir die Versammlungen machten, seine Hütte baute. Er zwang die Leute jeden Tag in die Zauberhütte. Nach einer Besuchspause sind wir nun an einem anderen Haus und erleben wieder große Offenheit und Hörbereitschaft. Es war, als hätten sie uns vermisst.
Jesus Christus sagt: „Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis bleiben.“ Johannes 8,12
