Wieder fliegen lernen

In der Zeit meiner Krankheit hat mich der Vers in Jesaja „Die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler“ berührt. Nach langer Zeit „auf dem Boden“ habe ich nun das Gefühl, es ist Zeit, wieder zu fliegen. Aber wie mit vielen Dingen, die für eine Weile brachliegen, braucht es Zeit – und zwar, wie ich immer wieder in diesen Tagen feststelle, mehr Zeit als ich dachte.

Von einem Sturm in den nächsten

Seit August bin ich wieder in Südafrika. Wenn ich gedacht habe, dass nun alles wieder ruhig wird und ich in mein altes Leben zurückkomme, dann habe ich mich getäuscht. Das „wieder fliegen“ ist nicht so einfach: Autoreparaturen, sich wiedereingliedern in den chaotischen Verkehr, Herausforderungen mit den Kosten der medizinischen Nachsorge – die Liste der Dinge, die jeden Tag auf mich einstürmen, ist endlos. Aber Gott ist da – und er versorgt.

Überrascht durch Gottes liebevolle Fürsorge

Ich war eine Woche wieder in meinem Heim angekommen, als mir mein Vermieter wegen Eigenbedarf gekündigt hat. Nun stand ich da, ohne ein Zuhause und wieder ein Problem mehr zum Lösen. Also habe ich mich aufgemacht und einige Wohnungen angeschaut. Immer stimmte etwas nicht, sei es der Preis, der Schnitt der Wohnung oder die Lage.

Etwas resigniert habe ich mir nach

ein paar Tagen nochmal eine Wohnung angeschaut – und meine neue Oase gefunden. Alles passt. Und dann kam die Nachricht, die mich überrascht hat: Ruth, die neue Vermieterin, schrieb mir: „Wir geben dir die Wohnung – und wir werden den Mietpreis senken und an deinen jetzigen anpassen.“ Es berührt mich, wie Gott mich in dunklen und herausfordernden Zeiten versorgt. Ihm sei alle Ehre!

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

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unterwegs | Ausgabe 2/2025
Ich begleitete Amahle, eine Erzieherin im Township, mit Geduld und Gesprächen über den Glauben. Dann wurde sie beim Stehlen erwischt. Ich frage mich: War meine Zeit mit ihr umsonst – oder hat Gott längst etwas begonnen und ich kann es nur nicht sehen?
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unterwegs | Ausgabe 1/2025
Als ich auf der Erdpiste zur Beerdigung fuhr, konnte ich nicht ahnen, dass ich am Ende des Tages Schönheit und Hoffnung mit nach Hause nehmen würde, dass Gott meine Trauer in Freude umwandeln würde.
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Update
Von Brasilien nach Deutschland. Das ist eine Flugreise von etwa 11 Stunden. Für mich war es ein viel längerer Weg, das sollte ich in den Jahren in Deutschland immer mehr feststellen. Ich war am Anfang der Teenagerzeit, als wir 1998 nach 12,5 Jahren als Missionare in Brasilien nach Deutschland kamen. Und da waren die Herausforderungen und Krisen vorprogrammiert.