Wie ein Satz alles änderte
Vorher hatten wir als Team gebetet. Und ich gebe zu: Innerlich hatte ich Zweifel. Ich dachte, wir halten das vielleicht eine Stunde durch. Ob wir überhaupt jemanden antreffen würden?
Trotzdem sind wir losgezogen. Einmal im Monat gehen wir mit einem Bollerwagen und heißer Suppe durch die Stadt, dorthin, wo Jugendliche unterwegs sind. Unser Ziel ist einfach: zuhören, ins Gespräch kommen, verstehen, was sie gerade beschäftigt und was sie sich wünschen. Und genau das passiert. Obwohl es so kalt ist, begegnen wir vielen Jugendlichen.
An diesem Abend treffen wir Livius und Lara. „Hey, wir haben hier heiße Suppe für euch, wenn ihr möchtet. Und wir würden gern hören, wie es euch hier in Neustrelitz geht. Habt ihr kurz Zeit?“
Livius lehnt ab – Magen-Darm. Er bringt Lara nach Hause. Aber dann passiert etwas, womit ich nicht gerechnet hatte: Sie bleiben stehen und nehmen sich Zeit. Das Eis ist schnell gebrochen und plötzlich sprechen wir offen darüber, was sie beschäftigt und was ihnen fehlt. Ich stehe da und denke: Wie kann es sein, dass ein Gespräch so schnell so persönlich wird? Wir verabschieden uns und gehen weiter. Kurz darauf kommt uns eine Gruppe Jungs entgegen – und mitten unter ihnen: Livius. Wir hören ihn sagen: „Ich hab euch doch gesagt, hier gibt’s Suppe.“, und er grinst in unsere Richtung. Ein kleiner Satz und doch hat er mich bewegt.
Ein Jugendlicher wird selbst zum Brückenbauer.
Später kommen wir an einem Supermarkt vorbei, wo sich oft Jugendliche treffen. Das Gespräch beginnt ganz locker. Auf die Frage, was gerade die größten Herausforderungen für Jugendliche in ihrem Alter sind, kommt die Antwort sofort: Drogen. Vapen. Eine Person sagt dann: „Ich hab gerade aufgehört. Ich will meinen Abschluss schaffen. Dafür brauch ich volle Konzentration.“ Wir bleiben noch eine Weile und merken: Unter der Oberfläche steckt viel mehr.
Am Ende waren wir nicht eine Stunde unterwegs, sondern zweieinhalb. Und uns wurde nicht einmal richtig kalt. Ich hatte eher das Gefühl: Ich könnte noch länger bleiben. Noch mehr zuhören. Noch mehr Zeit schenken.
Gott war schon am Arbeiten: vorbereitete Herzen, offene Türen, ehrliche Gespräche. Gott sendet uns los. Wir gehen und er tut den Rest.
Gebetsanliegen
Bitte betet, dass wir beim Rausgehen Jugendliche wirklich wahrnehmen. Dass wir sensibel bleiben für Jesu Stimme (was wann wie dran ist) und nicht in Routine verfallen. Und dass diese kleinen Begegnungen Hunger machen auf mehr und Jesus in diesen Beziehung
