Wenn Wege sich ändern …
Einmal Missionsarzt in einem Entwicklungsland sein, das wollte ich (Thomas) schon ziemlich lange. Nach dem Medizinstudium begann ich meine Facharztweiterbildung in der Allgemeinchirurgie. Dieser Bereich interessierte mich und ich wusste: Allgemeinchirurgen kann man in Entwicklungsländern gut gebrauchen.
Gefäßchirurgie: Passt das?
Doch nach ca. drei Jahren bekam ich ein Angebot, in die Gefäßchirurgie zu wechseln. Ich kannte den Chefarzt dort gut und hatte auch schon im Rahmen einer Rotation sechs Monate in dieser Abteilung gearbeitet. Ich war hin- und hergerissen: Einerseits lockte mich diese neue Herausforderung und mir gefiel die Gefäßchirurgie als Fachgebiet, ich wusste jedoch von keinem Gefäßchirurgen in einem Entwicklungsland. Meine Frau und ich beteten und betrachteten das Für und Wider dieser Entscheidung. Letztlich deutete alles auf einen Wechsel in die Gefäßchirurgie hin. Ich weiß noch, wie ich Gott damals sagte, dass mit diesem Wechsel eine Missionsarzt-Tätigkeit wohl nicht mehr in Frage kam. Ob Gott damals über mich lächelte? Das war im Jahr 2011.
Der rote Faden
Heute, zehn Jahre später, arbeite ich mittlerweile schon fast drei Jahre als Gefäßchirurg in einem Entwicklungsland, in den Anden Perus: Ich darf meine Gaben und Fähigkeiten als Gefäßchirurg einsetzen für Menschen ohne Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung. Rückblickend zieht sich ein roter Faden durch mein Leben, auch wenn sich gewisse Wege in meinem Leben geändert haben und ich zu diesen Zeitpunkten nicht wusste, was daraus werden wird.
Es ist wahr: Gottes Wege sind nicht unsere Wege und Seine Gedanken sind nicht unsere Gedanken (Jes 55,8)!
