Wenn Licht ins Dunkel fällt

Aina lernte ich (Anna) kennen, als sie und ihre jüngere Schwester ihre Mutter Tina zur Arbeit begleiteten. Tina ist meine Hausangestellte und ich liebe ihre Einstellung zur Arbeit, ihre Treue – und Aufmerksamkeit: Jeden Morgen lasen wir gemeinsam die Bibel und tauschten uns über das Leben aus. Mir fiel auf, dass Tina ihre jüngere Tochter (6) immer wieder in den höchsten Tönen lobte, während sie Aina (14) oft gar nicht erst erwähnte.

Menschen mit Behinderung

Aina ist zwar nicht schwerbehindert, dennoch hat sie beim Laufen, Sprechen und Lernen unübersehbare Beeinträchtigungen. Kinder mit Behinderung werden in Madagaskar – wie in vielen anderen Teilen der Welt – von der Gesellschaft diskriminiert, bei großer Behinderung von der Familie oft im hinteren Teil des Hauses versteckt und von sozialen Kontakten am liebsten ferngehalten.

Als Familie wollten wir gern helfen und ermöglichten Aina Massage, Physio-/Ergotherapie und schulische Nachhilfe; das nahm sie dankbar in Anspruch. Ihre schulischen Leistungen verbesserten sich und sie stürzte nicht mehr so oft über ihr hinkendes Bein. Nebenbei luden wir sie immer wieder zum Spielen ein und machten ihren Geburtstag zu einem besonderen Tag.

Neuer Wert

Immer öfter erzählte Tina nun auch von Aina, was sie alles erreicht hatte und wie sie im Alltag klarkam. Ich spürte, dass sich die Einstellung zu ihrer Tochter verändert hatte und sie …

… im Gegensatz zu vorher stolz geworden war auf ihre Tochter.

Es faszinierte mich, wie durch eine kleine Hilfestellung Gottes Licht ins Dunkel scheinen konnte und Aina in ihrer Familie einen ganz neuen Stellenwert bekam. Ich war dankbar für die Möglichkeit, so in das Leben unserer Mitarbeiter hineinsprechen zu dürfen.

Gebetsanliegen

Durch das Homeschooling habe ich (Anna) nicht mehr die Zeit, mit Tina Bibelstudium zu machen. Ich bete aber, dass Gott eine andere Gelegenheit schenkt, Zeugnis zu sein für sie und ihre Familie, und dass sie zum wahren Glauben finden.

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