Weihnachten als Einladung zur gelebten Vielfalt
Weihnachten erinnert daran: Gott wählte bewusst die Hirten – Menschen am Rand – als Erste, die Jesus begegnen durften. Ihr offenes Herz zählte, nicht ihr Ansehen. Damit macht Gott deutlich:
„Der Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz.“ 1. Samuel 16,7
Als Familie im Gemeindedienst haben wir diese Wahrheit tief verinnerlicht, besonders dank unserer neurodivergenten Kinder mit ADHS und Autismus. Ihr Bewegungsdrang, ihre besonderen Bedürfnisse und die schnell eintretende Überreizung machten das Mitschwingen im Gemeindekontext oft schwierig. Es war für uns oft mühsam, die Situation zu akzeptieren und anzunehmen; und Kommentare und Erwartungen hinsichtlich unseres Engagements und unserer Präsenz führten bei uns häufig zu Spannungen und Erschöpfung. Unsere Kinder haben uns gezeigt: Gott achtet auf das Herz, nicht auf äußere Anpassung. Ihre kindlich-ehrliche Beziehung zu Gott ist für uns Vorbild – Schwachheit birgt die Chance, Gottes Gnade zu erfahren.
Unsere Kinder haben uns gezeigt: Gott achtet auf das Herz, nicht auf äußere Anpassung. Ihre kindlich-ehrliche Beziehung zu Gott ist für uns Vorbild – Schwachheit birgt die Chance, Gottes Gnade zu erfahren.
Deshalb haben wir als Familie uns für ein Sabbatjahr entschieden, um Abstand vom Gemeindeleben zu gewinnen, intensive Familienzeit zu erleben und uns neu auf Gottes Perspektive auszurichten. Diese Auszeit gibt uns Gelegenheit, Erlebtes zu verarbeiten und Kraft zu schöpfen sowie Orientierung für neue Wege.
All dies ist letztlich nur deshalb möglich, weil Jesus durch seinen Tod am Kreuz Vergebung gebracht hat: Aufgrund der Gnade Gottes können auch wir einander annehmen, uns gegenseitig vergeben und einander um Vergebung bitten – diese Grundlage ermöglicht echte Annahme und tiefe Gemeinschaft.
An der Krippe begegnen sich die Extreme menschlicher Vielfalt: Die Hirten stehen neben den Weisen aus dem Morgenland, den drei Königen. Die waren gesellschaftlich geachtet und brachten Reichtum und Wissen mit, doch auch sie kamen zum einfachen Stall, geleitet vom Licht Gottes und nicht von weltlichen Erwartungen. An der Krippe sind Arm und Reich vereint, Unterschiedliche und Fremde, denn Gott lädt jeden ein.
So wird Weihnachten zum Bild für die Gemeinde Jesu heute: Menschen mit verschiedensten Lebensgeschichten, Begabungen und Herausforderungen dürfen ihren Platz finden. Hier zählt nicht das Einhalten äußerer Normen, sondern die Wahrnehmung der Einzigartigkeit jedes Einzelnen. Wo wir Kirche gestalten als Raum echter Begegnung und Verschiedenheit, wird Gottes Liebe sichtbar.
Die Geburt Jesu lädt ein, unsere Maßstäbe zu prüfen und unser Herz auf Gottes Blick auszurichten. Weihnachten ruft auf, Vielfalt zu feiern, den inneren Wert zu achten und Authentizität zu ehren als Teil von Gottes Plan. Wer wie die Hirten und Könige zur Krippe kommt, bringt Unvollkommenes und Einzigartiges mit – und wird rundum angenommen. Diese Botschaft ist ein Vorbild für unsere Gesellschaft: Jedes Kind, jeder Erwachsene ist von Gott gewollt und gebraucht.
Gebetsanliegen
- um Weisheit und Gottes Führung bei kleinen und großen Entscheidungen im Sabbatjahr
- um finanzielle Versorgung und Führung, damit wir zuversichtlich in die Zukunft blicken können
- für unsere Kinder, dass sie in dieser Zeit Geborgenheit und Freude erleben und wachsen können
