Weder Hand noch Fuß

Im November machten wir im Rahmen unserer Arbeit in der Siedlung Puraquequara viele Hausbesuche. Bei einem dieser Besuche lernten wir Elsa* kennen. Die frühere Krankenpflegerin erkrankte 2016 an einer Meningokokken- Infektion, während sie mit ihren Enkeln auf dem Land war. Zwar konnte sie bald in ein Krankenhaus in der Stadt gebracht werden, doch sie fiel ins Koma. Als sie zwei Monate später aufwachte, hatte sich ihr Leben grundlegend verändert:

Beide Hände und ihre Unterschenkel – knapp unterhalb der Knie – mussten amputiert werden. Nach dem ersten Schock blieb vor allem Dankbarkeit, dass sie überlebt hatte.

Dank einer Entschädigungszahlung konnte die Familie zunächst zwei Beinprothesen anschaffen; doch nach einigen Jahren gingen diese kaputt und seitdem wartet Elsa auf neue Prothesen über das öffentliche Gesundheitssystem. Anfang dieses Jahres stand sie dort an 180. Stelle auf der Warteliste.

Aus dem ersten Besuch wurden weitere; dabei geht es nicht nur um die Frage, wie Elsa praktische Hilfe bekommen kann, sondern auch darum, wie sie und ihre Familie mit dieser Situation leben. Elsa ist eine bemerkenswert lebensfrohe Frau, doch es gibt auch Zeiten der Resignation. Sie wünscht sich besonders Hände, um wieder selbst kochen und sich besser versorgen zu können.

 

Versprechen können wir ihr das nicht. Aber wir ermutigen sie, an Jesus festzuhalten und die Hoffnung nicht aufzugeben. Und wir versuchen Wege zu finden, wie ihr konkret geholfen werden kann: Durch einen Rehabilitationsplatz in einem anderen Bundesstaat oder durch rechtliche Unterstützung, damit sie auf der Warteliste schneller vorankommt und zumindest eine myoelektrische Hand und neue Beinprothesen erhält. Nach fast zehn Jahren wäre das ein großer Schritt hin zu mehr Selbstständigkeit.

Rosirene besucht Elsa regelmäßig, liest mit ihr in der Bibel und betet mit ihr. Elsa ist kein Einzelfall. Viele Menschen hier erhalten nur unzureichende medizinische Versorgung. Uns bleibt, sie zu begleiten, zu ermutigen und gemeinsam mit
ihnen die Hoffnung nicht aufzugeben.

Gebetsanliegen

Wir sind dankbar für einige Helfer Anfang des Jahres, die uns bei der Rostbekämpfung auf dem Schiff geholfen haben. Dieses Jahr haben wir wieder zahlreiche Einsätze mit dem Schiff.

 

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