Warum tue ich das eigentlich?

Diese Frage ging mir kurz vor der Ausreise immer wieder im Kopf herum. Warum schickt Gott gerade mich ins Ausland? Es gibt doch in Deutschland auch genug Möglichkeiten, sich als Sozialpädagogin einzusetzen. Warum muss ich schon wieder meine Familie, Freunde, die gewohnte Umgebung zurücklassen? Dabei hat Gott mir immer wieder ins Gedächtnis gerufen: Es geht nicht um dich, es geht um die Menschen! Er möchte mich dazu gebrauchen, den Menschen hier in Lima zum Segen zu werden.

Start in Lima

Aber wie geht das in einer Millionenstadt? Ich bin froh, in dem Projekt „Altísima Fortaleza” mitarbeiten zu dürfen. Das Team kennt schon viele Menschen, die tagsüber auf der Straße sind oder ganz dort leben. Einmal pro Woche geht es los mit einer kurzen Andacht, einem Bibelvers für jeden, etwas zu essen und zu trinken. Viele kennen das Team schon, sie winken von Weitem und machen kurz Pause von ihrer Arbeit. Sie putzen zum Beispiel Autoscheiben oder halten Brücken sauber. Aber eine kurze Pause tut gut, selbst wenn sie inmitten von hupenden Autos und vielen Menschen ist.

Natürlich gibt es manche, die sich nur über etwas zum Essen freuen. Aber für viele sind die Andacht, der Bibelvers und die persönlichen Gespräche wichtig. Manche verschwinden immer wieder, tauchen irgendwann wieder auf, sind in Drogen und Gewalt verwickelt. Aber Jesus kann Veränderung schenken; auch das durfte das Team immer wieder erleben.

Balance zwischen Worten und praktischer Hilfe

In der christlichen Sozialen Arbeit gilt es, immer wieder eine gute Balance zu finden. So hat Jesus das getan: Er hat geheilt und das Evangelium weitergegeben – beides gehört zusammen. Praktische Hilfe ohne Jesus ist oft nicht lebensverändernd. Aber nur das Wort ohne die praktische Hilfe kann ein Hohn sein gegenüber den Menschen, die in Schwierigkeiten sind. Beides zusammen kann zu tiefgreifenden Veränderungen führen.

  • für die vielen Menschen in schwierigen Lebensbedingungen, dass sie Menschen begegnen, die ihnen von Jesus erzählen und ihnen praktisch helfen
  • um eine weise Balance zwischen Worten und praktischer Hilfe
Carolins Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Carolins Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

Icon
Aus dem Archiv der VDM (02/22)
Im Team gehen wir los, um Juana* zu besuchen. Sie hat früher auf der Straße gelebt, jetzt hat sie mit ihrer Familie ein Zimmer angemietet. Sie holt uns am Eingang ab und wir steigen eine ...
Icon
Aus dem Archiv der VDM (02/21)
Dieser Vers aus dem Ende der Josefsgeschichte begleitet mich seit einiger Zeit. Seine Brüder und andere Personen haben ihm das Leben nicht leicht gemacht. Doch trotz Umwegen ist er Gott treu ...