Warten auf das Wolkenloch
Seit November haben wir, nach einer achtmonatigen, pandemiebedingten Periode mit nur wenigen Flügen, nun wieder mehr Flugeinsätze ab Porto Velho.
Über den Wolken zu fliegen, ist schön und bei tiefliegenden Wolken oft die einzige Alternative. Aber beim Flug über einer geschlossenen Wolkendecke kommt die Frage auf: „Werde
ich vor meinem Ziel rechtzeitig ein Wolkenloch finden, durch das ich gefahrlos sinken kann?“ Nicht immer ist das der Fall. Dann heißt es umkehren und das letzte bekannte Loch suchen oder sogar woanders landen.
Bei einem Notfallflug im Januar flogen wir eine Zeit lang über einer geschlossenen Wolkendecke. Über einem Städtchen nach zwei Dritteln der Strecke gab es ein einziges großes
Loch, das mich in Versuchung brachte, schon dort zu sinken. Aber ich war nicht ganz überzeugt und beschloss, oben zu bleiben.
Das Warten hatte sich gelohnt
Weiter unterwegs gab es einige Löcher, aber die waren viel zu klein. So mussten wir weiter vertrauen, dass Gott uns vor dem Ziel ein geeignetes Loch schenken würde. Und siehe da, vier Minuten vor dem Ziel, nur leicht nach rechts, erwartete uns ein perfektes Loch! Das Warten hatte sich gelohnt – verglichen mit einem langen Flug unter tiefen Wolken oder dem Versuch, durch ein kleines Loch zu schlüpfen.
Gott führt zum „richtigen“ Wolkenloch!
Dabei kam mir der Gedanke, dass wir oft meinen, ein kleines Wolkenloch sei alles, was Gott für uns hat. So dachten auch Abram und Sarai, als sie beschlossen, mit Hagar Ismael als Nachkomme zu zeugen. Heute meinen wir zum Beispiel, wir hätten schon lange genug auf einen Partner gewartet, anstatt weiter auf Gott zu vertrauen, der uns eben warten lässt. Oder, was Corona betrifft: Wir vertrauen auf die Impfung statt auf Gott.
Warten erfordert Vertrauen auf unseren großen Gott, dass Er uns zur rechten Zeit zum richtigen „Wolkenloch“ führen wird. Und auch wenn dieses einmal nicht erscheint, dürfen wir trotzdem weiter auf Ihn vertrauen. Wir wünschen euch dieses Vertrauen auf Gott!
