Von Funken zu Flammen

Es sind diese besonderen Momente, die uns bestätigen: Wir sind am richtigen Platz. Momente, in denen ein kleiner Funke in der Dunkelheit aufleuchtet, größer wird und sich vervielfältigt. Viele Missionare beschreiben den Nordosten Thailands als geistlich dunkel, die Zahlen sprechen für sich: In einer Provinz mit über einer Million Menschen gibt es schätzungsweise nur 500–1000 Christen. Und doch – mitten in dieser großen Dunkelheit dürfen wir erleben, wie Jesu Licht hell leuchtet.

Noon – ein erster Funke im Studentenalltag

Noon ist einer von über 70.000 Studenten in Maha Sarakham; für sein Lehramtsstudium kann er bei uns Zusatzpunkte sammeln: Dank Gottes Fügung dürfen wir in Zusammenarbeit mit der Universität anhand von Bibelgeschichten Englisch unterrichten. Durch über Jahre gewachsene Beziehungen zu Dozenten und dem Dekan haben sich Türen geöffnet, die wir uns selbst nie hätten vorstellen können.

Noon ist einer von 170 Studenten, die unser Studentencenter besuchen. In den drei Jahren seines Studiums wird er mit uns einmal durch die ganze Bibel gehen, dabei darüber diskutieren und sich herausfordern lassen. Für viele ist es das erste Mal, dass sie von Jesus hören und sein Licht sehen.

Das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht auslöschen können.

Johannes 1,5

Mee Wing – Schritte ins neue Licht

Mee Wing besucht seit einiger Zeit den Bibelkreis in ihrem Dorf. Vor einigen Monaten hat sie sich entschieden, Jesus nachzufolgen – nun überlegt sie, sich taufen zu lassen. Für viele Buddhisten ist die Taufe ein großer Schritt, verbunden mit Fragen der Ehre und Schamkultur: Darf ich noch ein Tempelgelände betreten? Wie gehe ich mit den Erwartungen meiner Familie um? Wie gehe ich mit den Feiertagen um, die tief in die thailändische Kultur und Familienstruktur eingewurzelt sind?

Mee Wing erhält von ihrer Familie keine Unterstützung, und doch hält sie am Licht fest. Sie ist nicht die Einzige – viele stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Ihr Weg zeigt, wie das Licht Jesu auch inmitten von Unsicherheit Orientierung schenkt und wie aus einem Funken eine kleine Flamme entsteht.

Pi Taw – eine Flamme, die andere entzündet

Ein besonders ermutigendes Beispiel ist Pi Taw: Letztes Jahr ließ sie sich gemeinsam mit ihrer Tochter taufen, dieses Jahr möchte ihr Sohn folgen. Ihr Haus ist zu einem Treffpunkt geworden – für Kinder, Mahlzeiten und Bibelarbeiten.

Vor einigen Wochen hatten wir darum gebetet, dass lokale Christen uns in den anderen Dörfern unterstützen; kurz darauf kam Pi Taw von sich aus auf uns zu und bot ihre Hilfe an. Schon in ihrer zweiten Woche musste sie spontan eine Bibelarbeit übernehmen – und tat es mit Hingabe. Wir staunen, wie Gott sie gebraucht: nicht nur als Empfängerin des Lichts, sondern als Multiplikatorin, die es weiterträgt.

Wenn aus Funken ein Feuer wird

So dürfen wir erleben, wie aus einzelnen Funken ein Feuer entsteht. Jesus ist das Licht, das nicht nur in die Welt kam, sondern durch Menschen weiterleuchtet. Jeder Schritt, jede Entscheidung, jedes offene Herz macht die Dunkelheit ein Stück heller.

Und so wird der Dezember – trotz aller Dunkelheit – zu einem Monat voller Hoffnung.

Gebetsanliegen

  • Betet für die Studenten, dass sie Jesus erkennen, annehmen und ihm nachfolgen.
  • Betet für die Thailänder, die mit alten Traditionen und Gewohnheiten ringen.
  • Betet für die Multiplikatoren, dass sie mutig das Licht weitertragen.
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