Vom Missionar zum Missionsleiter
Mission kostet, das eigenes Ego weit hintenanzustellen. Wenn es um Mission geht, dann geht es überhaupt nicht um uns und darum, unsere Vorstellung zu präsentieren, sondern darum, Gott zu verherrlichen. Und wenn er groß rauskommt, dann sind wir erfolgreich. Vor Ort arbeiten wir im Team mit einer Teamleitung aus unterschiedlichen Kulturen. Ganz oft musste ich mich mit meinen Ideen und Ratschlägen unterordnen und zuschauen, wie andere Vorschläge umgesetzt wurden – und dennoch ist Gott verherrlicht worden.
Mission kostet ganz viel persönliche Energie. Ich muss sagen, an den meisten Abenden bin ich total fertig. Nicht unbedingt, weil ich so viel erledigt hätte, sondern, weil der Tag mit all seinen Herausforderungen mir meine letzte Energie geraubt hat. Heute zum Beispiel haben wir unsere Visa abgeholt. Insgesamt saßen wir über vier Stunden im Auto und dazu kam vor Ort eine Dreiviertelstunde Hoffen und Bangen, dass alles klappt, weil unsere letzten Visa schon fast einen Monat abgelaufen waren. Am Ende zählt, dass Gott uns wieder neue Kraft gibt und wir weitermachen können.
Mission kostet immer wieder Loslassen. Schon bei der ersten Ausreise lässt man Familie und Freunde zurück. Hier in Uganda haben wir uns in viele Menschen investiert, die dann ihre eigenen Wege eingeschlagen haben: Gesponserte Kinder haben die Schule abgebrochen und langjährige Mitarbeiter haben gekündigt, weil sie etwas Besseres gefunden hatten – und unsere eigenen Kinder mussten wir am Flughafen immer wieder loslassen. Dabei haben wir erlebt, dass Loslassen immer auch ein Segen ist: Man kann Neues empfangen. Für uns kommt nach zwölf Jahren die Zeit, das Projekt „Village of Eden“ loszulassen und uns neuen Herausforderungen zu stellen. Ich, Wilhelm, habe viele Jahre die geistliche Arbeit auf dem Village geleitet und Lilli hat im Ernährungsprogramm vielen unternährten Kindern helfen können. Voraussichtlich Anfang 2026 ziehen wir nach Bassum und arbeiten dann in der Missionsleitung der VDM mit.
