Vom Ankommen zum Aufblühen

Anfang April feierten wir einen der schönsten und emotionalsten Momente der letzten Jahre: Wilman, ein junger Ehreanmtlicher aus Peru, der seit rund zwei Jahren zu uns ins Freizeitheim Montulez kommt, ließ sich taufen. Es war ein Fest!

Wilman kam Anfang 2023 aus Peru nach Spanien. Durch verschiedene Umstände kam der sehr verschlossene Achtzehnjährige auch ins Monteluz und schon bald war er sehr regelmäßig bei uns – immer mit gesenktem Kopf, sehr zurückhaltend und gezeichnet von den schwierigen Umständen seiner Ausreise. Die war alles andere als von langer Hand geplant; er kam allein nach Spanien, nur mit seiner älteren Schwester – die beiden sollten dem Rest der Familie den Weg bahnen in das neue Land. Wilmans altes Leben steckte in einem Koffer und war unerreichbar. Welche Last musste er da wohl tragen: ohne Papiere in einem fremden Land und einer fremden Kultur! Wenigstens dieselbe Sprache? Oberflächlich gesehen, ja; aber die Realität dahinter unterscheidet sich doch.

So kam er nun regelmäßig ins Monteluz und saß in den Team-Andachten, die wir während der Freizeiten halten. Anfangs etwas zurückhaltend und ohne größeres Interesse, doch mit der Zeit schien sich etwas zu verändern: Der schüchterne junge Mann fasste Vertrauen und wurde auch uns (Kathrin und Jonas) gegenüber offener. Inzwischen waren mehrere Monate vergangen; Wilman stellte Fragen, erzählte uns von seinen Eltern und wir bekamen etwas mehr Einblick in sein früheres Leben: Die Eltern waren bei den Zeugen Jehovas gewesen, haben sie aber verlassen – und bei den Kindern kam an, dass der Glaube einen verletzt und dass man ihn nicht braucht.

Im Monteluz erlebte Wilman etwas anderes: Nähe und Geborgenheit; so wurden wir für ihn in Valencia wie ein sicherer Hafen, deshalb kam er regelmäßig. Er hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser; im Sommer 2024 wollte er gern auch mal eine komplette Sommerfreizeit miterleben und bat um Urlaub. Der wurde ihm zugesagt – und zwei Wochen vor der Freizeit bekam er die Kündigung! Damit stand alles auf der Kippe, denn ohne einen Job und das Geld ging es nicht.

Gott legte uns aufs Herz, Wilman ein Angebot zu machen: Er könnte im Hausteam an mehreren Camps teilnehmen; damit war er erst mal versorgt, er musste lediglich die Kosten für sein Zimmer bezahlen. Das Monteluz gab ihm in dieser schwierigen Zeit auch emotionalen Halt und Stabilität, so nahm er das gerne an und war bei insgesamt fünf Freizeiten dabei.

Es war wunderschön zu sehen, dass Wilman nun auch endlich zu den anderen jungen Leuten im Hausteam Vertrauen fasste; er blühte geradezu auf und wurde Jesus gegenüber noch mal offener.

Siehe, ich habe dir geboten, dass du stark und mutig sein sollst; fürchte dich nicht und sei nicht niedergeschlagen, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, wohin du auch gehst.

Josua 1,9

Durch die neu gewonnenen Freundschaften hat Wilman nach dem Sommer einen Job und Anschluss an eine Gemeinde gefunden. Dort wollte er noch mehr von Gott und Jesus lernen; wir sind so dankbar, dass die Gemeinde ihn mit offenen Armen aufgenommen und dass er dort eine neue Familie gefunden hat.

Gekrönt wurde das Ganze nun mit seiner Taufe und seinem öffentlichen Zeugnis, Jesus nachzufolgen.

Wir sind Gott dankbar, dass er uns gebraucht hat!

Gebetsanliegen

  • Bittet Gott, dass er Wilman für seine Familie gebraucht.
  • Bittet Gott, dass Wilman seine rechtliche Situation in Spanien klären kann.
  • Dankt Gott, dass er uns im Monteluz gebraucht hat.
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