Verstehen durch Anleitung
Wer ist der Vater von Jesus Christus? Antwort: „Josef“.
Bei einer Bibelstunde in einer der drei indigenen Gemeinschaften bekamen wir diese Antwort.
Durch die Theateraufführungen an Weihnachten wurde dieser Irrtum verursacht. Das Volk in Paraguay liest so gut wie gar nicht und die Einheimischen Mbya noch weniger. Deshalb sind uns die Bibelstunden bei ihnen so wichtig. Die wenigen, die daran teilnehmen, haben erkannt, wie viel Segen es gibt.
Das Hitzethermometer klettert auf 35, gefühlte 42 Grad Celsius. Wir fragen an: „Wollt ihr tatsächlich, dass wir kommen?“ „Selbstverständlich“, ist die Antwort, obwohl es keine Klimaanlage gibt.
Wir lesen das Lukasevangelium und erklären das Gelesene mit dem Wort Gottes. Jeder der lesen kann, hat seine Bibel in Guarani, in der er wichtige Inhalte markieren kann. Diese Verse werden stückweise gelesen und ich frage nach deren Inhalten. Das ist eine harte Übung für die einzelnen, die wenig Schulbildung haben und es nicht gewöhnt sind, den Inhalt der Verse in eigenen Worten wiederzugeben. Normalerweise geht man in den Gottesdienst, um dagewesen zu sein, aber das Wort Gottes wird nicht Nahrung für das eigene Leben.
Langsam zeigen wir Zusammenhänge auf und erklären wie Philippus dem Kämmerer aus dem Morgenland. „Verstehst du auch, was du liest?“ Antwort: „Wie könnte ich denn, wenn nicht jemand mich anleitet?“
Erkenntnisse wie „Ich wusste nicht, dass man Vater und Mutter ehren soll“, zeigen mir immer wieder die Realität, dass sie nicht mit christlichem Hintergrund erzogen worden sind.
Die Teilnehmer in den drei Dörfern sind sehr verschieden: Bei der einen Gruppe muss biblisches Basiswissen gelegt werden. In der zweiten Gruppe haben wir inzwischen schon ein gutes Vertrauensverhältnis aufgebaut. Daher können animistische Prägungen, wenn sie erzählt werden, unter Gottes Sichtweise beleuchtet werden. Es ist generell viel Scham vorhanden, die jedoch nachlässt, wenn sie merken, dass wir sie ernst nehmen.
In der dritten Gruppe mit den jungen Müttern erläutern wir Erziehungsfragen, z.B. warum ist es wichtig, dass ein Kind ein „Nein“ akzeptiert. Das Wort „Nein“ ist ein absolutes No-Go unter dem Volk, bei dem wir arbeiten. Bei einem „Nein“ kommt die Trotzreaktion mit weinen und das löst bei der Mutter die Angst aus, dass der Schutzgeist ihr Kind verlässt und es deshalb sterben muss.
Vor allem zeigen wir den Müttern, dass sie als Eltern die biblischen Grundsätze, die sie erkannt haben, ihren Kindern selbst vorleben und somit weitergeben sollen.
Wir haben noch viel Land zu erobern und bitten um mehr Teilnehmer, die sich durch das Wort Gottes ernähren und formen lassen.
Gebetsanliegen
Wir haben noch viel Land zu erobern und bitten um mehr Teilnehmer, die sich durch das Wort Gottes ernähren und formen lassen.
