Vergebung statt Rache
Die Geschichte ereignete sich am 8. Januar 1956, also vor 66 Jahren, in Ecuador. Schnell wurden die Einzelheiten in weiten Teilen der Welt bekannt – und bis heute werden Menschen von den Zeugnissen der Beteiligten tief berührt. Man kann sogar sagen, dass die gesamte christliche Missionsarbeit durch die Berichte über die Tragödie einen bedeutenden Impuls bekam.
Damals wurden fünf junge amerikanische Missionare getötet von den Waorani (Auca), die im Amazonasbecken als scheuer und gefährlicher Stamm gefürchtet waren. Wie sich später herausstellte, geschah das Massaker aus Angst und durch ein Missverständnis. Bei dieser fatalen Begegnung verlor Steve Saint seinen Vater Nate, den Piloten der Mission. Steve war noch ein kleiner Junge, und er hat seinen Vater in den folgenden Jahren schmerzlich vermisst.
Macht der Vergebung
Als der junge Steve dann seine Entscheidung für Jesus traf, wollte er sich im Curaray-Fluss taufen lassen, an der Stelle, wo sein Vater ums Leben gekommen war. Einer der Männer, die seinen Vater getötet hatten, sollte die Taufhandlung vollziehen – als Zeichen der Vergebung und Versöhnung. So geschah es, und dieser Schritt wurde ein sehr starkes Zeugnis für die Macht der Vergebung.
Mit einem Bericht über seine Erfahrungen und dem Aufruf zur Versöhnung besuchte Steve später verschiedene Länder, in denen Feindschaft und Gewalt tiefe Wunden hinterlassen hatten. Zusammen mit seiner Familie lebte Steve dann noch eine Weile im Stamm der Waorani, lernte ihre Sprache und Kultur besser kennen und wurde zu ihrem Freund und Beschützer.
Reiche Frucht
Durch den Kontakt zu den weißen Missionaren kamen die Mörder – Gikita, Kimo und eine Reihe anderer Waorani – zum Glauben und wurden Nachfolger Christi. Gikita war inzwischen ein Leiter der Gemeinde geworden.
Wir hatten das Vorrecht, Steve, seine Mutter und die Mörder der Missionare in Ecuador persönlich kennenzulernen. Gikitas offene Art, seine Autorität, Demut und Reife haben uns tief beeindruckt. Hier sahen wir, was geschehen kann, wenn Menschen, statt Rache zu üben, Vergebung praktizieren.
