Umwege – bis sich der Kreis schließt
Ich erlebte meine Berufung in die Mission auf die Philippinen, als ein junger Filipino in meiner Heimatgemeinde war und aus seinem Leben erzählte: Gleich nach seiner Geburt wurde er vergraben, weil er nicht gewollt war. Ein Missionar, der dies beobachtete, buddelte ihn wieder aus und nahm ihn mit zu sich nach Hause. Seinem Ruf nach mehr von solchen Missionaren bin ich dann gefolgt in der tiefen Gewissheit, dass es Jesus war, der diese Anfrage an mich stellte.
Umwege
Es sollte noch zehn Jahre dauern, bis ich im Flieger Richtung Philippinen saß. Nach dem Tagalog-Sprachstudium wurde ich einem Team zugeteilt, das Gemeindeaufbauarbeit macht. Zu meinen vielfältigen und oft herausfordernden Aufgaben der letzten 30 Jahre gehörten Kinder- und Jugendarbeit, Evangelisation, Bibelstunden, Gottesdienste, Aufbau und Leitung eines Frauenhauses in Manila und eines Kindergartens in einem muslimischen Gebiet. In den letzten zehn Jahren habe ich mich ausschließlich um Kinder und Jugendliche in der Anker-Familie gekümmert, also um Kinder, die von ihren Eltern nicht gewollt waren. Ihnen das Vaterherz Gottes nahezubringen, war meine Herausforderung; sie nicht im Stich zu lassen und treu für ihre Nöte da zu sein, war/ist meine Aufgabe.
Der Kreis schließt sich
Im Januar 2021 sah ich im Internet ein Interview mit einer Frau in den USA, die sich für ungewollte Babys im Mutterleib einsetzt. Mir kamen die Tränen. Es war, als ob ich den Hilfeschrei der Babys hörte. Ich bat den Heiligen Geistes, mich zu diesen Frauen mit ihren Babys hier in Cebu City zu führen und eine Verbindung herzustellen. Das kann nur er, denn Abtreibung ist ein Tabuthema.
Nach nur zwei Stunden hatte Gott mein Gebet erhört und ich lernte eine 21-jährige Frau kennen, die im 6. Monat schwanger war und ihr zweites Baby nicht wollte. Hoffnungslosigkeit brachte sie dazu, so gut wie nichts mehr zu essen, Alkohol zu trinken und ganz enge Kleidung zu tragen, bis das Baby von selbst absterben würde.
Durch unsere praktische Hilfe kam Hoffnung in ihr Leben; und vor einer Woche hat sie Jesus in ihr Leben aufgenommen. Inzwischen sind es bereits drei Schwangere mit ihren Babys, die den Weg zu mir gefunden haben. Der Kreis hat sich geschlossen!
