Umleitungen
Als ich Ende Februar in Morogoro ankam, wurde gerade ein stattlicher Abwasserkanal vom neu eingeweihten, riesigen Markt zum Fluss gegraben. Die Baustelle verlief mitten durch die Haupteinkaufsstraße und legte auch den innerstädtischen Busbahnhof lahm. Die Allee vom College in die Stadt war unten abgeschnitten. Wir mussten Umwege fahren, wenn wir in die Stadt gelangen wollten.
Umleitungen im Lebenslauf
Auch in meinem Missionsdienst gab es solche Umwege. Nach dem achtjährigen Einsatz in Berega kam ich zum Weiterstudium nach Korntal. In dieser Zeit zerbrach meine erste Ehe und mein Ziel rückte in weite Ferne. Als ich zehn Jahre später erneut an einer Weggabelung stand, rief mich der Bischof von Morogoro wieder nach Tansania.
Umleitungen während der Zeit am Morogoro Bible College
Zehn Jahre darf ich am Morogoro Bible College nun schon wieder im Dienst stehen, länger als ich überhaupt in Berega gewesen war. Was für ein Segen! Nun bin ich in der Mitte des fünften und letzten Vier-Jahres-Terms angekommen.
An meinem Weg lagen auch noch weitere Umleitungen: Meine Eltern starben. Regina erkrankte und mein Platz war an ihrer Seite. Ich verkürzte meine Einsätze in Tansania, was auch dem negativen Umstand geschuldet war, dass ich nicht mehr genug Deckung durch Spenden hatte. Ein Jahr später war es wiederum die Treue der Unterstützer, die trotz der Teilung des Dienstes ihre Hilfe nicht eingestellt hatten, die mir die Rückkehr in den Vollzeit-Missionsdienst erleichterte.
Und jetzt? Obwohl ich für jedes Semester neu nach Tansania fliege, konnte ich diesen Rhythmus auch in Coronazeiten beibehalten. In diesem Frühjahr durfte ich nun miterleben, dass so viele Pastoren wie nie zuvor in der Geschichte der Diözese von Morogoro ordiniert wurden; an zwei Orten wurden jeweils 20 Gemeindehirten eingesegnet. In Tansania
wächst die Kirche noch kräftig. Welch ein Vorrecht ist es, an dieser Entwicklung teilhaben zu dürfen!
