Über die Dorfgrenzen hinaus

Außerdem ist in Nigeria die Lebenserwartung sehr niedrig und viele Menschen leben in extremer Armut. Damit steht das Land vor großen Herausforderungen, nicht nur im Bildungsbereich, sondern auch im Blick auf Lebensperspektiven.

Hinter den Zahlen stehen Geschichten – Geschichten von Kindern, die in ihren Entfaltungsmöglichkeiten, ihren Chancen auf einen Arbeitsplatz, ihrer Aussicht auf ein einigermaßen gutes Leben begrenzt sind. Es ist diese Armutsspirale, die sich von Generation zu Generation weiterdreht und aus der ein Einzelner nur schwer ausbrechen kann.

Ohne Bildung bleiben viele Kinder in einem Kreislauf der Armut gefangen, der sich von Generation zu Generation fortsetzt. Ihre Möglichkeiten, einen Beruf zu erlernen oder ein eigenständiges Leben aufzubauen, sind stark begrenzt.

Wir sehen Bildung als einen Schlüssel, um diesen Kreislauf zu durchbrechen – als eine Tür zu neuen Möglichkeiten. Kinder sollen erfahren: Ihr Leben hat Wert.

Die Grenzmauern der Kinder beginnen bereits zu bröckeln.

Muhammadu kann inzwischen lesen. Sein Vater, der selbst Analphabet ist, ist unheimlich stolz auf ihn. Muhammadu hilft seiner Familie bereits bei alltäglichen Dingen, bei denen Lesen und Schreiben nötig sind. Halira übersetzt für ihre Mutter ins Englische, wenn Gespräche mit der Lehrerin anstehen, die kein Fulfude spricht. Wenn sie diesen Weg weitergeht, hat sie gute Chancen auf einen Studienplatz und später vielleicht auf eine Arbeitsstelle in der Stadt, von der sie leben und
ihre Familie unterstützen kann.

Johnson mit seiner Liebe zu Büchern wird vielleicht eines Tages anderen Kindern das Lesen
beibringen. Gyunke wird einmal die Schulgebühren für seine eigenen Kinder selbst bezahlen können. Vielleicht wird er dann auch erkennen, dass Gott ihm diese Tür geöffnet hat.

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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