Trost und Hoffnung säen

In unserem kleinen Dorf in Kobala (Kenia) erleben wir immer wieder Menschen und deren Lebensumstände, die einen sehr bewegen: Gerade dann, wenn sie am meisten Trost, Hilfe und vor allem das Evangelium brauchen, wird ihnen Angst und Schuldgefühl eingeflößt. Vor Kurzem hatten wir zwei sehr interessante Begegnungen:

Eine junge Frau fehlte bereits seit mehreren Wochen in unseren Gottesdiensten. Bei einem Besuch stellte sich heraus, dass sie schwer erkrankt war. Wir ermutigten sie aus dem Wort Gottes, beteten zusammen und baten die Angehörigen, unbedingt mit ihr ein Krankenhaus aufzusuchen. Aber denen waren unsere Gebete nicht gut genug; die Krankheit hielten sie für das Resultat eines Fluches, von dem nur die „Männer in den weißen Mänteln“ abhelfen konnten, die sogenannten Heiler und Gebetsmänner. Es brauchte einiges an Überzeugungskraft, bis die Angehörigen ihre Angst vor dem Fluch, den Traditionen und den Gebetsmännern zurückstellen und uns ein wenig Vertrauen schenken konnten. Nun endlich konnten wir die junge Frau ins Krankenhaus bringen, wo ihr noch rechtzeitig geholfen werden konnte. In dieser Zeit haben wir sie auch geistlich begleitet und es hat uns gefreut, sie schließlich wieder strahlen zu sehen.

Seit mehreren Jahren hören wir jeden Abend pünktlich um 21 Uhr aus der Ferne eine Glocke läuten – man kann die Uhr danach stellen. Ein Rätsel! Nun konnte das Geheimnis endlich gelüftet werden: Bei einem Spaziergang durch das Dorf begegneten wir der Frau, die, wie es sich herausstellte, sogar drei Mal täglich die Glocke läutet, immer zur gleichen Zeit; sie erklärte uns, zu diesen bestimmten Uhrzeiten würden die Engel vom Himmel herabsteigen und dadurch seien die Gebete viel mächtiger – so zumindest wird es in ihrer Kirche gelehrt und sie möchte die Engel nicht verpassen.

Gerade bei dieser Art von Begegnungen brauchen wir viel Weisheit von oben. Diese Menschen brauchen sehr viel Gebet und Ermutigung, sich Gott ganz anzuvertrauen, der alle Furcht vertreibt und frei macht von allen Ängsten.

Vielen Dank für jedes Gebet, jede Ermutigung und jede Gabe! Ohne euch könnten wir diesen Dienst hier nicht tun. Danke, dass ihr mit uns daran mitwirkt, dass Hoffnung in die Herzen der Menschen kommt.

Wir wünschen euch eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit, voller Vertrauen auf den, der unsere wahre Hilfe ist.

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