Starke Stimmen, stille Kämpfe
Die Frauen, die in der Kirche und in theologischen Seminaren dienen, folgen ihrer Berufung oft ohne viel Unterstützung, aber mit großer Hingabe und Liebe für Jesus.
Dieses Engagement hat seinen Preis. Eine Dozentin berichtete mir, dass ihr Tag regelmäßig um vier Uhr morgens beginnt – mit der Vorbereitung ihrer Kinder für die Schule. Sie schrieb: „Es ist anstrengend. Ich nehme meinen Jahresurlaub, um zu studieren, und an den Wochenenden diene ich in der Kirche.“ Dr. Grace, Dozentin für praktische Theologie aus Nigeria, beschreibt ihre vielfältigen Aufgaben so: „Man ist nie nur Dozentin. Im afrikanischen Kontext liegt die Herausforderung für eine Frau darin, sich um die Bedürfnisse der Kinder, des Ehemanns und anderer Familienangehöriger zu kümmern, die Rolle der Pastorenfrau und Beraterin der Frauenarbeit zu übernehmen – und zusätzlich noch unerwartete Gäste willkommen zu heißen.“
Trotz aller Herausforderungen leben diese Frauen ihre Berufung mit einer Kraft und Treue, die tief beeindruckt – und die Kirche in Afrika nachhaltig verändert.
2022 veranstalteten wir einen Online-Workshop, rund 75 Frauen aus ganz Afrika waren gekommen. Etwa 15 Minuten nach Beginn hörten wir plötzlich jemanden schluchzen und Felicia aus Nigeria erzählte, sie habe noch nie so viele Theologinnen auf einmal erlebt. An ihrem theologischen Seminar sei sie die einzige Frau. Ihre Ergriffenheit und die daraus entstehende Ermutigung waren für uns alle überwältigend spürbar.
Heute arbeite ich mit vier engagierten Afrikanerinnen zusammen. Als Felicia mich kürzlich ermutigte zurückzuschauen, wurde mir klar, wie viel Gott bereits bewirkt hat: Wo es anfangs keine Angebote für Dozentinnen gab, verbindet heute ein Netzwerk über 600 Theologinnen in ganz Afrika.
Gebetsanliegen
- Der Aufbau eines Mentoring-Programms für afrikanische Theologinnen
- Gute Zusammenarbeit im Team
- weitere Vernetzung und Ermutigung der Theologinnen;
