Spieldecke und Kaffeetasse

In einer kleinen Gruppe erleben junge Frauen Gemeinschaft, ehrlichen Austausch und geistliche Ermutigung. Mitten im Alltag, zwischen Schlafrhythmen und Alltagsfragen, wird Gottes Nähe spürbar. Wie selbst kleine, unscheinbare Begegnungen Teil von Gottes Wirken werden können, davon erzählt dieser Beitrag.

Seit unserem Heimatdienst habe ich – Amelie – begonnen, wöchentlich Mütter mit Kleinkindern einzuladen. Daraus soll eine kleine Krabbelgruppe mit geistlichem Input entstehen. Noch sind wir nur wenige, doch Ruth* ist von Anfang an
mit ihrer einjährigen Tochter dabei. Wir kennen uns aus meiner Zeit auf der Krankenstation und begegnen uns auch im Gottesdienst.

Mit der Zeit ist Vertrauen gewachsen. Ruth erzählt offen von ihrem ersten Jahr als Mutter, das von Einsamkeit und Überforderung geprägt war. Sie lebt etwa 20 Minuten außerhalb von Curahuasi, ihr Mann arbeitet in einer Mine und ist oft nur alle zwei Wochen zu Hause. Viele Herausforderungen musste sie allein bewältigen. Da sie wegen der Schlafenszeiten ihrer Tochter nicht mehr am Hauskreis teilnehmen konnte, fehlte ihr besonders der geistliche Austausch.

Umso wertvoller sind für sie nun diese wöchentlichen Treffen. In der Gemeinschaft mit anderen Müttern erlebt Ruth, dass sie mit ihren Fragen, Sorgen und Herausforderungen nicht allein ist. Wir teilen unseren Alltag, lachen über kleine Missgeschicke, sprechen über Gottes Zusagen und beten füreinander.

Immer wieder staune ich, wie Gott gerade im Kleinen wirkt. Dieser Vers begleitete mich dabei neu:

„Denn sehet, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“


Lukas 17,21

Gottes Reich wächst nicht nur in sichtbaren Projekten wie einem Krankenhaus oder einer Schule, sondern auch im Wohnzimmer – zwischen Spieldecke und Kaffeetasse.

Louis und Amelies Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Louis und Amelies Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

Icon
Aus dem Archiv der VDM (02/22)
Nicht selten sind wir von Gott enttäuscht. Ein erhofftes Wunder bleibt aus, obwohl wir dafür gebetet haben, trotz vieler Gebete ist man noch Single oder eine offen geglaubte Türe geht zu. Wir ...
Icon
Aus dem Archiv der VDM (02/22)
Im Februar hat für mich das Arbeiten im Krankenhaus Diospi Suyana begonnen. Ich darf dankbar auf ein halbes Jahr Sprachschulzeit zurückblicken, in dem ich in Peru ankommen konnte. Hier im Ort ...
Icon
Aus dem Archiv der VDM (01/21)
Das persönliche Ja Mit zwölf Jahren las ich liebend gerne Bücher über „Mama Massai“ oder andere Missionare, die über ihr Leben in der Auslandsmission geschrieben haben. Ich stellte mir ...