Sinnlose Verbrechen

Kürzlich wurde ein Bekannter von uns nachts auf der Straße überfallen und ausgeraubt. Man verletzte ihn schwer an seiner Hand, sodass er drei Finger nicht mehr bewegen konnte. Was erbeuteten die Räuber? Ein Handy und ein paar Geldscheine. Was sonst sollte jemand bei sich haben, der nachts auf der Straße unterwegs ist! Jeder Reiche würde doch sein Auto nehmen oder gleich zu Hause bleiben.

Ein Freund musste vor einigen Wochen helfen, Lösegeld für seinen Bruder zu bezahlen, der in einem abgelegenen Dorf entführt worden war – ein einfacher Bauer mit äußerst geringem Einkommen. Wir wissen nicht, wie viel bezahlt wurde, aber schließlich kam der Bruder wieder frei. Ebenso jener Bauer aus dem Nachbardorf, der am Abend vor seiner Entführung gerade den schmalen Ertrag vom Markt nach Hause gebracht hatte.

Im Kopf eines Verbrechers

Diese Geschichten bringen uns neu ins Nachdenken: Was geht in den Köpfen dieser jungen Verbrecher vor? Was bewegt sie zu solch einer Tat? Ist es die kleine Beute wert, ein solches Verbrechen zu begehen und nicht nur einen Menschen zu verletzen, sondern auch zu riskieren, jahrelang hinter Gitter zu müssen? Oder gar zum Tode verurteilt zu werden?
Armut kann als Entschuldigung kaum herhalten. Man kann sich nur vorstellen, wie sinnlos, leer und gewissenlos ein solches Leben sein muss.

Sinn finden

Zwei Dinge kommen uns in den Sinn, wie wir sie auch bei unserer „Baobab-Initiative“ als Grundüberzeugung festgehalten haben: „Wir glauben, dass Jesus Christus Menschenleben positiv verändert. Und wir glauben, dass Bildung der Schlüssel ist, mit dem junge Menschen aus der Armutsspirale ausbrechen können.“

Es lohnt sich, den Menschen Jesus nahezubringen. Ein Leben unter seinem Einfluss hält uns nicht nur davon ab, solche Verbrechen zu begehen. Es gibt uns auch eine Hoffnung, Perspektiven und Sinn für unser Leben. Und ein gebildeter junger Mensch hat nicht nur bessere Chancen auf einen gut bezahlten Arbeitsplatz, sondern auch die Möglichkeit, über seinen Tellerrand zu schauen und neue Ideen für sich zu entwickeln.

Elijah und Judiths Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Elijah und Judiths Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

Icon
unterwegs | Ausgabe 2/2026
19 Millionen Kinder in Nigeria gehen nicht zur Schule – Tendenz steigend. Hinter diesen Zahlen stehen Geschichten: von Sarah, Goje, Shekwolo, Godswill, Mohammadu und vielen anderen Kindern aus ihrem Dorf. Es sind Geschichten von Kindern, deren Möglichkeiten stark eingeschränkt sind.
Icon
unterwegs | Ausgabe 2/2025
Sani ist Fulani. Wie die meisten der Fulani in Westafrika ist er Hirte. Schon als kleiner Junge passte er allein auf eine Herde Kühe auf.
Icon
unterwegs | Dezember 2023
Im April dieses Jahres ging für uns als Familie eine Zwischenzeit zu Ende, wie wir sie uns nie wieder wünschen: Acht Monate mussten wir als Familie getrennt auf zwei Kontinenten leben – in Deutschland und in Nigeria, wo gerade die spannungs­reichen Präsidentschaftswahlen durchgeführt wurden und die Angst vor Terror umging…