Schwierige Lernumstände

In Peru ist es weiterhin verboten, Präsenzunterricht durchzuführen. Die Unterrichtsmaterialien werden daher wöchentlich verteilt und die Schüler, soweit möglich, über die Distanz betreut. Viele Schüler bekommen eine gute Unterstützung durch die Familie. Es gibt aber auch einige, die kaum Unterstützung bekommen und daher noch stärker unter dieser Situation leiden. Hinzu kommt, dass die Kinder weiterhin ihr Haus offiziell nur für eine Stunde pro Tag in einem Radius von 500 Metern verlassen dürfen – das ist sehr belastend für jedes Kind.

Mandy bringt den Vorschulkindern gerade alle Buchstaben bei und als die Kinder das J lernten, sollten sie unter anderem eine Giraffe aus-malen (span. Jirafa). Ein Kind bekam zu Hause das Wort vorgezeichnet. Leider konnte der Helfer einen Elefanten nicht von einer Giraffe unterscheiden (siehe Foto). Was im ersten Moment amüsiert, zeigt doch die traurige Realität vieler Schüler: Sie finden zu Hause nicht die Lernumgebung vor, die sie in unserer Schule hätten.

Die Lehrer versuchen daher so gut wie möglich, aus der Distanz zu unterstützen. Neben wöchentlichen Anrufen sind die Lehrer ständig erreichbar. Täglich erhalten die Kinder Videos, in denen Aufgaben erklärt, Projekte durchgeführt, kurze Spiele gemacht oder Andachten vermittelt werden.

Das ist ein enormer Aufwand und obwohl die zeitliche Investition viel höher als normal ist, sind die Lernerfolge deutlich schwächer. Das kann demotivieren und frustrieren. Es ist jetzt schon klar, dass erst ab dem neuen Schuljahr im März 2021 ein eingeschränkter Präsenzunterricht möglich sein wird. Bis dahin sind sowohl die Schüler als auch die Lehrer ganz besonders auf Gottes Gnade angewiesen. Diese Situation macht uns aber auch deutlich, wie wertvoll unsere Schule für die Region ist. Wir hoffen sehr darauf, bald wieder einigermaßen normal arbeiten zu dürfen.

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