Schwanger in einem fremden Land

In unserem Land gibt es viele Einwanderer aus Asien, sie machen gut 20 % der Bevölkerung aus. Noch immer zieht es viele Menschen aus Asien hierher in der Hoffnung auf ein besseres und selbstbestimmtes Leben.

So zum Beispiel eine junge Frau, Lim (Name geändert), die kürzlich zu uns in die Beratung kam. Lim war ratlos, ihre Sorgen erdrückten sie. Sie erzählte uns: Im vergangenen Jahr kam sie allein in unser Land und wollte sich hier eine Existenz aufbauen. Sie lernte einen einheimischen jungen Mann kennen und schließlich heirateten die beiden. Was wie ein schöner Traum klingt, endete in einem Albtraum.

Der Mann ist dem Alkohol zugeneigt und wurde wiederholt ihr gegenüber gewalttätig – das ist hier leider keine Seltenheit –, so musste Lim sich an die Polizei wenden und Schutz suchen.

Hinzu kommt, dass Lim von ihrem Mann schwanger geworden ist, doch eine gemeinsame Zukunft mit ihm kann sie sich nicht mehr vorstellen. Die gescheiterte Ehe und die Schwangerschaft, das Alleinsein im fremden Land ohne Unterstützung und finanzielle Sorgen lasten immens auf ihr. So kam sie zu dem Schluss, ihre einzige Chance seien eine Abtreibung und ein Neuanfang.

Einfühlsam hören Rita und unsere Beraterinnen unseren Klienten zu und bieten ihnen zunächst einen Ort, an dem sie ihre Sorgen abladen können. Schließlich kommt es zu der Frage, was denn die Frau wirklich möchte und wie sie sich entscheiden würde, wenn jemand da wäre, der ihr helfen würde?

Kurz zum Hintergrund:

Wir arbeiten mit einem Team von Einheimischen in einem Schwangerschaftsberatungszentrum, dort bieten wir Beratung und Hilfeleistung an.

Lim hatte ein paar Wochen darüber nachgedacht, nun hörten wir wieder von ihr: Sie hat sich gegen eine Abtreibung entschieden, stattdessen für eine Adoption; aber darüber kann sie nun in aller Ruhe nachdenken, vielleicht will sie ja ihr Baby auch behalten.

Die nächsten Schritte werden sein, gemeinsam ihre Lebensumstände zu ordnen und ihr zu helfen, die Angebote vom Staat und den Sozialstellen wahrzunehmen. Dabei denken wir auch an eine asiatische Kirchengemeinde am Ort, die sich ihrer sicher gerne annimmt.

Wir sind dazu berufen, Hoffnungsträger zu sein. So sind wir sehr froh über diese Wendung von Verzweiflung zu Hoffnung: Gott sei Dank!

Gebetsanliegen

Bitte bete für unsere Arbeit um Weisheit, um Schutz für unser Team und die Familie.

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unterwegs | Ausgabe 1/2025
„[...]Und brauche ich dafür eine Überweisung?“ Es ist Wochenende und ich (Rita) habe Bereitschaftsdienst in unserer Schwangerschaftsberatung. Diese Fragen haben mir gestern und heute Vormittag so ähnlich gleich drei Frauen gestellt – alle drei junge Mamis von Babys unter einem Jahr und unerwartet wieder schwanger. Die letzte Klientin fand sich wieder in einer prekären Situation, ihr Partner hatte sie mit einem zwölf Monate alten Baby sitzenlassen. Ohne Unterstützung in der Familie und in einem anstrengenden Managerjob sieht sie einfach keinen Weg, wie sie noch ein weiteres Baby bekommen und aufziehen könnte.