Schüler auf den Philippinen
Seit März 2020 sind auf den Philippinen die Schulen geschlossen. Das heißt, es gibt schon seit zwei Jahren keinen Präsenzunterricht und alle Schüler sollen von zuhause aus lernen. Dies geschieht mithilfe von sogenannten „Modulen“ – die Schüler bekommen jede Woche Unterlagen und Arbeitsblätter, die sollen sie durcharbeiten. Auch Links zu YouTube-Videos sind dabei, in denen der neue Unterrichtsstoff erklärt wird.
Theorie vs. Realität
Das hört sich im Grunde genommen ganz gut an, aber in der Realität sieht es leider oft ganz anders aus, besonders in den Armenvierteln: Dort haben oft nicht die Unterstützung der Eltern und keinen Computer, sie können sich nur von irgendwem das Handy ausleihen und es gibt auch kein vernünftiges Internet, um sich die Videos anzusehen. Manchmal versäumen die Lehrer es, den Kindern ihre neuen Module zukommen zu lassen; leider kommt es auch vor, dass ältere Kinder bezahlt werden, um die Aufgaben der jüngeren zu machen. Ich traf Zweitklässler, die noch nicht alle Buchstaben des Alphabets kennen. Das bedeutet im Grunde, dass viele Schüler mehr oder weniger auf dem Stand sind vom März 2020, da sie keinerlei Unterstützung bekommen.
Gott sieht die Not
Umso dankbarer sind wir für Missionare, die die Not gesehen und in einem Armenviertel ein Lernzentrum gegründet haben. Sie haben eine Nachhilfe-Lehrerin angestellt, die
den Schülern dort bei ihren Modulen hilft und sie unterstützt, wo sie kann. Agnes kam für einige Monate einmal die Woche mit der mobilen Bibliothek in dieses Viertel, um die Lehrerin und Schüler mit einem Leseprogramm zu unterstützen. Außerdem besorgten wir der Lehrerin auch einiges an neuem Unterrichtsmaterial, damit sie den Schülern besser helfen kann. Wie tröstlich zu wissen, dass unser Gott die Not eines jeden Einzelnen sieht, sie nicht vergisst, mitleidet und jeden von uns gebrauchen will, um die Notstände in dieser Welt zu lindern.
