Schatten …

Es ist mein freier Tag. Da landet eine Nachricht aus der Regionalhauptstadt auf meinem Handy: „Doktor Thomas, der Dialyseshunt unserer Patientin Maria* ist verschlossen. Kann sie heute noch bei Ihnen vorbeikommen?“ Klar kann sie das, dafür bin ich als einziger Gefäßchirurg in unserem Bundesstaat ja da.

Gerade vor vier Tagen hatte ich den Dialyseshunt** angelegt. Die Operation war nicht leicht gewesen – und jetzt sollte er schon wieder zu sein? Wegen vieler Vor-Operationen hat Maria nicht mehr viele Optionen für einen anderen Dialyseshunt – um nicht zu sagen: gar keine. Dieser neuangelegte Dialyseshunt muss erhalten bleiben! Andere spezielle Verfahren werden in Peru nur im 20 Stunden entfernten Lima angeboten und auch dort nur in teuren Privatkliniken. Ein Schatten legt sich auf meinen freien Tag. Drei Stunden später ist Maria bei uns im Hospital. Ich packe meine beiden Töchter (6 und 8 Jahre) ein und fahre hin. Die Kinder parke ich in der Krankenhaus-Bibliothek und untersuche dann Maria in der Ambulanz.

… und Licht!

Nach der OP und den inzwischen zweimal durchgeführten Dialysen (Blutwäsche) ist der Arm geschwollen. Ich taste nach dem Dialyseshunt am Oberarm. Ein Leuchten geht über mein Gesicht: Ich kann tatsächlich über dem Dialyseshunt ein Schwirren ertasten! Er ist offen und funktioniert; der Ultraschall bestätigt meine klinische Untersuchung.

Die Kollegen in der Regionalhauptstadt haben sich, Gott sei Dank, geirrt. Auch meine Patientin ist Gott sehr dankbar. Nachdem ich die Wunde neu verbunden und ihr einige Tipps für die Behandlung der Schwellung gegeben habe, bittet sie mich: „Doktor, bitte bete mit mir, bevor ich gehe!“ Gerne bin ich dazu bereit. Ich bete und dann geht sie
ihres Weges und ich fahre mit meinen Töchtern wieder nach Hause.

Der Schatten ist verschwunden, es ist Licht geworden!

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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Wir arbeiten als Zahnärztin und Gefäßchirurg am Missionskrankenhaus Diospi Suyana in den Anden Perus und es liegt uns im Blut, anderen Menschen zu helfen, Leid zu lindern, zu operieren, Zähne zu ziehen, Patienten zu beraten, Dinge kontrollieren zu wollen und vieles mehr. Kurz gesagt: Wir fühlen uns dann gut, wenn wir etwas tun können.