Rundbrief Oktober 2026
“Was lange währt, wird endlich gut.” Als ich an das Thema für diesen Rundbrief dachte, ist mir dieser Satz eingefallen. Und warum wird es gut? Weil Gott auf dem Thron sitzt und regiert. Weil er alles (auch das scheinbar Schlechte) zu unserem Guten wandelt. Nach fünf langen Monaten in Deutschland bin ich endlich wieder in Sambia angekommen. Die Zeit in Deutschland hat sich gelohnt und ich konnte neue Kontakte knüpfen, aber ich habe meine Lieben und die Arbeit hier in Sambia schon sehr vermisst.
Nach meiner Rückkehr und vielen Umarmungen haben Gibson und ich erst mal die Köpfe zusammen gesteckt und geschaut, welche Projekte dieses Jahr zu Ende gebracht werden können. Auch haben wir eine Liste gemacht, welche Projekte danach am dringendsten dran sind.
Fortschritte im “Freedom Farm” Projekt
Life Skill Centre NGO
Wir hatten vor meiner Abreise im April einen Antrag auf ein Bankkonto für die NGO gestellt. Gibson war in meiner Abwesenheit so ca. 1-2 Mal die Woche bei der Bank und hat sich nach dem Stand erkundigt und weitere Papiere ausgefüllt. Auch die Räder in den Banken drehen sich hier manchmal etwas langsamer. Somit warten wir immer noch auf unser Konto. Ihr dürft
gerne mit uns beten, dass wir es bald bekommen. Als ich in Deutschland war, habe ich die Idee eines Fördervereins für die NGO dem Basis Team in der Eichstetter Gemeinde vorgeschlagen. Da wir bis heute unsere eigenen Finanzen in das Projekt stecken, um es aufbauen zu können, strapaziert das uns finanziell natürlich. Auch wenn wir in Zukunft öffentliche Gelder oder Spenden von Stiftungen oder Firmen bekommen möchten, braucht die NGO ihre eigenen Konten in Sambia und Deutschland. Deshalb ist das Basis Team nun damit beschäftigt für die NGO einen Förderverein in Deutschland zu gründen.
Die Farm
Auf der Farm gab es auch Veränderungen, als ich wieder kam. Da wir noch am Aufbau eines guten Teams sind, gibt es leider häufiger einen Arbeiterwechsel. Wir haben also zwei neue Mitarbeiterinnen (Harriet und Nakahonga - jeweils mit Baby) auf der Farm angestellt. Sie haben sich soweit gut integriert und freuen sich, dass sie Arbeit haben. Es ist schön zu sehen, dass sich die meisten Mitarbeiter freuen oder es zumindestens schätzen, wenn wir mit ihnen Andachten machen. Auch wenn das Verstehen und vor allem das Umsetzen doch manchmal schon noch schwer ist. Aber Veränderung im Denken und in den Herzen braucht Gottes Wirken und Zeit. Zeit hat auch der vierjährige Abraham gebraucht, um sich nicht mehr vor mir zu fürchten und weinend davon zu laufen. Ich hab es doch wirklich fertig gebracht, ein Lächeln aus ihm heraus zu bekommen. Fortschritte in den Herzen brauchen manchmal Zeit.
Das Hühner-Projekt läuft gut und wir konnten nun mit dem Gewinn neue Kücken kaufen, damit die Eierproduktion nicht mit den älteren Hühnern aufhört. Wir haben es geschafft, die Futterkosten zu reduzieren, in dem wir Teile des Futters selbst anbauen und mischen. Diesen Anteil möchten wir noch vergrößern und auf weitere Zutaten erweitern. Diese Futterproduktion wird später ein Teil unseres Trainings.
Das Fisch-Projekt in unserem Garten läuft gut soweit und die größeren Fische werden wahrscheinlich pünktlich zu Weihnachten groß genug sein zum Verkauf. Danach soll der größte Teil der Fischproduktion auf die Farm verlegt werden. Dort werden unsere Enten einen Teich mit den Fischen teilen. Diese Kombination hilft, die Fische mit weniger gekauftem Futter zu ernähren. Dazu werden wir einen der aufgestellten Fischteiche für die Wasserlinsen-Züchtung benutzen, welche die Fische, aber auch die Enten und Hühner gerne fressen und die auch ganz umsonst wachsen. Auch diese Kombo wird später auch ein Teil des Trainings für Kleinbauern sein.
Das Dach unseres Haupthauses hatte an mehreren Stellen Löcher, und somit war es letztes und dieses Jahr ständig nass im Haus. Dank eurer kontinuierlichen Unterstützung konnten wir nun dem Haus ein neues Dach geben.
Die Enten durften in die Nähe des zukünftigen Fischteichs umziehen und somit war auch unser erstes Hühnerhaus frei zur dringenden Sanierung. Wir haben den Boden betoniert, um den Hühnermist besser sammeln zu können und zur besseren Desinfektion. Auch hier muss das Dach ausgebessert werden, da das Holz und die Bauweise einfach nicht gut genug waren.
Das Toiletten- und Duschgebäude bekommt nun endlich die Fenster, Toiletten, Rohre und das Abwasserloch, welche wegen des Fehlens des richtigen Hartholzes und der Priorität anderer Projekte bisher nicht eingebaut werden konnten.
Außerdem konnten wir ein zweites Bohrloch bohren lassen, welches in der Nähe der Häuser gemacht wurde, damit es in der Trockenzeit für Mensch und Tier nicht so weit ist zum Wasser. Für das Wasser aus dem Bohrloch hatten wir schon einen 10’000 Liter Wassertank parat. Dieser muss aber erhöht stehen und somit wurde die Arbeit an einem “Wasserturm” begonnen.
Mukuba Baptist Church
Ich war auch bald bei Pastor Aaron und der Mukuba Gemeinde und habe mich gefreut sie immer noch voller Eifer dabei zu sehen, auch wenn es hier und da hapert. Da mein letztes Kids Church Programm, welches ich geschrieben hatte, bald zu Ende ist, habe ich mich gleich daran gemacht, eine neue Serie auszuarbeiten. Ich habe mir die Bergpredigt ausgesucht und finde es auch selbst sehr bereichernd, die Worte von Jesus den Kindern verständlich zu machen.
Man lernt auch immer selbst was dabei. Im Januar hatte die Gemeinde entschieden, Aaron als Assistenzpastor anzustellen. Er sollte eigentlich neben Nicolas lernen und Zeit zum Wachsen haben. Dann plötztlich kam aber die Nachricht von Nicolas, dass seine amerikanische Mission ihn gern zusätzlich im Kongo (DRC) haben wollte, um dort eine Arbeit aufzubauen. Nach einigem Gebet haben Nicolas und Alyssa zugestimmt und sind nun seit einigen Monaten in Lusaka, um Französisch zu lernen.
Im Dezember werden sie dann in den Kongo umziehen. Das heißt aber auch, dass sich Pastor Aaron ganz alleine um die Gemeinde kümmern muss. Ich habe Pastor Aaron meine Hilfe mit den Kindern und dem Lobpreis wieder angeboten. Die ersten Punkte für das neue Kinderprogramm habe ich fertig. Ich habe auch meine Hilfe bei dem Entwurf eines Flyers zugesagt, welchen er beim Evangelisieren an die Menschen verteilen kann. Damit kann er dann zu den Veranstaltungen der Gemeinde besser einladen.
Familie
Wir sind als Familie froh, dass wir wieder zusammen sind. Nach ein paar anstrengenden Wochen des Ankommens, habe ich mich wieder gut in Sambia eingelebt. Die Kinder hatten eine gute Zeit mit Papa Gibson, als ich in Deutschland war, und sie haben in der Zeit einige Fahrradrennen und nun auch Schwimmwettbewerbe mitgemacht, bei denen sie gar nicht so schlecht abgeschnitten haben.
Wir haben als Familie beschlossen, trotz der Sport- und Musikmöglichkeiten in der neuen Schule, ab nächstem Jahr die Kinder wieder zurück in die vorherige Schule zu schicken. Dies ist unser Beitrag, um Finanzen zu sparen, damit diese anderweitig eingesetzt werden können. Eine schöne Entwicklung ist auch, dass sich Gibson in meiner Abwesenheit mit einem anderen christlichen, internationalen Familien-Duo (Sambia/Australien) anfreunden konnte.
Finanzielles
Auch weiterhin brauchen wir für eine Festanstellung bei der VDM noch einiges an Finanzen. Deshalb freuen wir uns über weitere regelmäßige Spender mit Beträgen von 25, 50, 100 Euro oder anderen Beträgen. Das können Einzelpersonen, aber auch Gruppen, wie Hauskreise, Jugendkreise, etc. sein. Ihr dürft auch gern Bekannte, Freunde oder
Familienangehörige einladen, ein Teil unseres “Freedom Farm Support Teams’ “ zu werden.
Wir wünschen Euch Gottes Segen an dem Platz, an den Gott euch berufen hat, sei es im Beruf, der Uni oder in der Schule. Möge Er Euch Kraft und Weisheit geben für jeden neuen Tag und für die jeweiligen Aufgaben, die auf Euch warten.
Gebetsanliegen
- Für Stärke und Weisheit bei den vielen Aufgaben für uns als Familie
- Veränderung der Herzen und Denken der Mitarbeiter durch Gottes Wort
- Für Verstärkung in unserem Team durch weitere Missionare mit praktischen Fähigkeiten, oder auch sonst lokale Christen, die in Landwirtschaft geschult sind
- Für die Genehmigung des NGO Bankkontos Für das Entstehen und die Entwicklung des Fördervereins in Deutschland
- Für Ideen und das Entstehen von lokalen Einnahmequellen zur Unterstützung der NGO durch mehr geschäftliche Verbindungen
