Prävention sexueller Gewalt

Im Januar 2026 wurde das Webinar „Sexualisierte Gewalt – das Undenkbare denken“ vom CNEF (Conseil National des
Évangéliques de France), dem Dachverband der evangelikalen Freikirchen in Frankreich, angeboten. Rund 900 Personen meldeten sich an, etwa 450 nahmen live teil. Diese Resonanz zeigt, wie groß der Bedarf an Aufklärung ist in diesem Themenfeld, das lange tabuisiert wurde.

Ich, André, sprach über das Erkennen, Benennen und die Folgen sexualisierter Gewalt sowie über die notwendigen Präventionsansätze. Ziel war es, ein besseres Verständnis zu fördern und Räume zu eröffnen, in denen Betroffene ihr Erleben aussprechen können und ernst genommen werden. Es ging darum, Leiden nicht durch Schweigen, Relativierung oder „geistliches“ Zudecken zu verstärken, sondern wahrzunehmen und Wege der Hilfe zu eröffnen.

Gleichzeitig sollte ein Paradigmenwechsel angestoßen werden, besonders bei Theologen, Pastoren und Gemeindeleitungen. Es ist unvereinbar, das Evangelium zu verkünden und zugleich Strukturen bestehen zu lassen, in denen Täter geschützt und Betroffene übergangen werden. Viele Rückmeldungen zeigten, dass diese Klarheit als entlastend und richtungsweisend erlebt wurde.

Sexualisierte Gewalt ist kein individuelles Versagen, sondern entsteht in Strukturen, die Schweigen und Machtmissbrauch
begünstigen.

Darüber hinaus gestalteten wir einen Studientag in einer chinesischen Gemeinde in Paris zum Thema Prävention sexualisierter Gewalt. Es ging um Täterprofile und um Gewaltstrukturen in Beziehungen und Familien. Viele Teilnehmende
suchten das Gespräch und beschrieben, wie stark das Thema tabuisiert ist und wie groß zugleich der Wunsch, darüber sprechen zu können. Außerdem unterrichte ich an der medizinischen Fakultät in Lille zu Fragen von Sexualität, Gewalt und der Begleitung von Betroffenen.

In all dem verfolgen wir ein gemeinsames Ziel: Sprachlosigkeit überwinden, Verantwortungsbewusstsein stärken und dazu beitragen, dass Gemeinden zu Schutzräumen werden, in denen Betroffene Unterstützung finden.

Gebetsanliegen

Betet doch, dass auch die theologischen Ausbildungsstätten dieses Thema ernsthaft aufnehmen

 

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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unterwegs | Ausgabe 2/2025
In Frankreich wächst das Bewusstsein für Missbrauch in Freikirchen. StopAbus hört zu, stärkt Betroffene und hilft Leitenden, Wege zu finden, Verantwortung zu tragen – damit Kirche wieder ein sicherer Ort wird.
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unterwegs | Ausgabe 1/2025
StopAbus – ein einzigartiger Dienst in Frankreich: Einsatz gegen sexuellen Missbrauch in Kirchen. Mit Fachwissen und Herz setzen wir uns für Aufklärung und die Unterstützung der Opfer ein.
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Update
Bei seinen Neujahrswünschen Ende Januar diesen Jahres (2025) an die Presse und die Behörden in Paris hatte der Pastor Christian KRIEGER, Präsident der Evangelischen Allianz, die Veröffentlichung eines Buches angekündigt, an dem Myriam und ich als Co-Autoren stark beigetragen haben.