Noch lange nicht zu Ende
„Ich schaffe nicht noch ein Kind, das wird mir zu viel!” Verzweifelt sah Guida mich an. Die ungeplante Schwangerschaft machte ihr zu schaffen und sie hatte sich zu einer Abtreibung entschieden. Spontan sagte ich: „Bitte bring das Kind zur Welt, ich werde es adoptieren.” Dann betete ich für Mutter und Kind.
Ich war damals Missionarin in Portugal, doch als der kleine Rui geboren wurde, war die Liebe seiner Mutter zu ihm groß. Sie konnte und wollte ihren Sohn nicht zur Adoption freigeben. Aber es entstand eine herzliche Freundschaft mit Guida und ihrer Großfamilie.
Zeugnis für die Großfamilie
So bekam ich die Möglichkeit, allen von der guten Nachricht von Jesus Christus zu erzählen. Die ganze Familie kam inzwischen zum Glauben. Und mehr noch: Guida ist mit ihrer Familie nach Brasilien ausgewandert, wo sie in der Nähe von Curitiba ein Sägewerk betreiben. So können wir Kontakt halten und ein örtlicher Pastor begleitet sie.
Kürzlich nahm ihr Leben erneut eine Wendung: Ihr Ehemann Antonio verstarb, sodass sie mit der Verantwortung für den Betrieb nun alleine dasteht. Ihre vier Kinder sind mittlerweile erwachsen und sie hat es möglich gemacht, dass alle studieren konnten.
Hochzeitseinladung
Vor einigen Tagen rief sie mich an und erzählte voller Freude, dass ihr Sohn Rui, den sie damals abtreiben wollte, heiraten möchte. Er bat mich, bei dieser Feier am 8. Oktober 2022 dabei zu sein und zu erzählen, was damals geschehen ist. Ein junger Mann, der nicht hätte leben sollen, setzt sein Vertrauen auf Gott. Ihm ist wichtig, dass ich wieder für ihn bete, für seine Frau, für seine Ehe und die gemeinsame Zukunft.
So etwas mitzuerleben, lässt mich staunen. Es berührt mich, wie Gott Leben schenkt und Wege lenkt. Wie es mit Rui weitergeht? Das liegt in Gottes Händen.
