Nicht nach vorne, nicht nach hinten – nur nach oben

Kürzlich habe ich mich an ein Hörspiel aus meiner Kindheit erinnert, in dem zwei Jungen in einem Tunnel eingesperrt sind: Hinter ihnen ein Erdrutsch und vor ihnen Wasser. Einer der Jungen erinnert sich an die Geschichte mit dem Volk Israel: Es konnte nicht nach vorne, da war das Meer – und auch nicht nach hinten, da waren die Ägypter.

Wenn ich über meine Situation hier in Südafrika nachdenke, wollen mich schon mal Panik und Verzweiflung packen: Alle Flüge von Südafrika nach Deutschland sind gestrichen, und wir sind wieder in einer höheren Alarmstufe. Impfstoffe werden frühestens Mitte dieses Jahres hier ankommen und nur einen sehr geringen Teil der Bevölkerung abdecken. In der Zwischenzeit sterben Menschen um mich herum und das Leid wird größer. Ich fühle mich wie das Volk Israel: Der einzige Ausweg ist nach oben.

Nach oben – Gott sitzt immer noch im Regiment

Immer wieder beschleichen mich Momente, in denen ich keinen Ausweg sehe. Ich habe nichts im Griff, aber alles ist unter Gottes Kontrolle. Er ist treu und steht uns zur Seite – auch inmitten des Pandemiekampfes hier in Südafrika. Als Weihnachtsgruß sprach mir jemand 2. Mose 14,14 zu: Gott wird für uns kämpfen.

Schlachtfeld 2021

Für mich heißt es im Jahr 2021, in diesem Kampf jeden Tag voller Mut einen Schritt zu tun. Die Pandemie ist nicht eingedämmt, also geht das Township-Corona-Hilfe-Projekt auch erst einmal weiter. Meine anderen Pläne werde ich auch inmitten der Krise weiterverfolgen: Ich möchte Menschen dienen und Hoffnung schenken. Es gibt spannende neue Projekte und Wege zu gehen. Ich werde, im Bild des Volkes Israel gesprochen, vertrauensvoll einen Schritt nach dem anderen in Richtung Meer machen und darauf vertrauen, dass Gott einen Weg ebnet. Wer mehr wissen möchte, darf sich gerne für meinen Rundbrief anmelden.

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Priscas Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

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unterwegs | Ausgabe 2/2025
Ich begleitete Amahle, eine Erzieherin im Township, mit Geduld und Gesprächen über den Glauben. Dann wurde sie beim Stehlen erwischt. Ich frage mich: War meine Zeit mit ihr umsonst – oder hat Gott längst etwas begonnen und ich kann es nur nicht sehen?
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unterwegs | Ausgabe 1/2025
Als ich auf der Erdpiste zur Beerdigung fuhr, konnte ich nicht ahnen, dass ich am Ende des Tages Schönheit und Hoffnung mit nach Hause nehmen würde, dass Gott meine Trauer in Freude umwandeln würde.
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Update
Von Brasilien nach Deutschland. Das ist eine Flugreise von etwa 11 Stunden. Für mich war es ein viel längerer Weg, das sollte ich in den Jahren in Deutschland immer mehr feststellen. Ich war am Anfang der Teenagerzeit, als wir 1998 nach 12,5 Jahren als Missionare in Brasilien nach Deutschland kamen. Und da waren die Herausforderungen und Krisen vorprogrammiert.