Neue Wege in der Verkündigung

Eine 82-jährige Frau aus Dorotheas Frauengruppe bestätigt jede Nachricht und jedes Lied über WhatsApp sofort mit einem kurzen Dank oder einem Smiley. · Die Teilnehmer an unserem Männerkreis – die meisten im Ruhestand – treffen sich wöchentlich zu einer Online-Runde über Zoom zum Bibelstudium und Gebet; alle beteiligen sich. Dorothea verschickt an ihre meist katholischen Nachbarinnen am Sonntag den Link zu den spanischen Gottesdiensten unserer Gemeinde. Und prompt bekommt sie von einigen eine Reaktion und ein „muchas gracias“. Letzten Sonntag veranstaltete die Gemeinde den ersten „Autogottesdienst“ vor unserer neuen Mehrzweckhalle. Es war eine ganz neue Erfahrung. Ich freute mich sehr, viele Gemeindeglieder wieder einmal „in echt“ zu sehen. In den letzten Monaten hatte unsere Gemeinde probiert, wie sie die Gottesdienste, Jugend- und Gemeindestunden, Gebetszeiten und den Gesang am besten organisieren kann. Die Maßnahmen zur Verhinderung einer Corona-Epidemie nach den Weisungen der WHO wurden auch in Paraguay erstaunlich gewissenhaft und gehorsam eingehalten. Dazu gehörten Ausgangssperren, Reise- und Versammlungsverbote und Schulschließungen. Zum Glück sind die Paraguayer sehr geschickt mit dem Smartphone. Ob Großeltern, Kinder im Vorschulalter, Analphabeten, arme Leute abgelegen auf dem Land – fast alle haben WhatsApp. So konnte unsere Gemeinde übers Internet Predigten, Abendmahlsfeiern sowie Kinder- und Zeugnisstunden anbieten. Die älteren Leute in der Stadt sind schwer von den Versammlungsverboten betroffen. Sie sind einsam, mutlos, ängstlich – aber fast alle haben ein Smartphone. Dorothea ruft die Senioren reihum an, erkundigt sich nach ihrem Ergehen und fragt nach ihren Lieblingsliedern. Wenn unser Sohn Marco uns am Wochenende besuchen kommt, begleitet er seine Mutter auf dem Klavier zu diesen Liedern. Die verschicken wir dann als persönlichen Gruß und Ermutigung
an die älteren Leute.

Die Corona-Maßnahmen haben uns gezwungen, in der Verkündigung neue Wege zu gehen und dabei das Internet vermehrt und kreativ einzusetzen. Trotzdem sehnen wir uns nach der Freiheit zurück.

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