Neue Hoffnung im Regenwald
Besonders am Herzen liegen mir Kinder mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen und ihre Familien. In den letzten Monaten durfte ich einige von ihnen kennenlernen. Diese Eltern kümmern sich trotz fehlender medizinischer und psychologischer Betreuung hingebungsvoll um ihre Kinder. Oft fehlen ihnen die finanziellen Mittel, und manchmal gibt es einfach niemanden, an den sie sich wenden könnten.
Mittlerweile spricht es sich herum, dass bei uns Physiotherapie und ärztliche Betreuung angeboten werden. Viele Eltern reisen mit ihren Kindern auf dem Arm von weit her an, voller Hoffnung auf Heilung. Manchmal erinnern diese Mütter und Väter an Josef und Maria, die damals nach einem ruhigen Plätzchen suchten, wo sie ihr Kind zur Welt bringen konnten. Sie waren erschöpft und unsicher, aber voller Vertrauen, dass Gott sie nicht im Stich lässt.
Auch hier im Regenwald begegne ich diesem Vertrauen immer wieder. Oft wissen die Eltern nicht, welche Diagnose ihr Kind hat, oder sie haben nie eine erhalten. Wenn ich ihnen behutsam erklären muss, dass eine vollständige Heilung nicht möglich ist, versuche ich sie zu ermutigen: Sie sind nicht allein. Gemeinsam üben wir kleine, alltagsnahe Fortschritte ein, zum Beispiel, dass sich das Kind selbstständig auf den Bauch drehen kann.
Die Therapie ist für mich zu einem Weg geworden, Vertrauen aufzubauen und dann von dem Gott zu erzählen, der mit uns ist, so, wie er es damals in Bethlehem war – ein Gott, der unsere Nöte sieht, der mitträgt und uns liebhat. Auch wenn er nicht immer körperliche Heilung schenkt, berührt er doch die Herzen: Immer wieder erlebe ich, wie Gott in die Dunkelheit kommt und Hoffnung schenkt.
Am Ende einer Behandlung bete ich oft mit der Familie und ich wünsche mir, dass sie erfahren: Gottes Licht leuchtet auch in ihrem Leben.
