Musik für eine unerreichte Kultur?

Ich saß in Deutschland vor einem leeren Blatt Papier, und fragte Gott: Wohin willst Du mit der Musikarbeit in George (Südafrika)?

Draußen war es dunkel, der Winterhimmel ließ kaum Licht durch, nur ein paar Kerzen brannten. Alles fühlte sich weit weg an und ungewiss.

Eine unserer Zielgruppen in Südafrika sind die Somalier. Während meines freiwilligen Einsatzes 2023 in der christlichen Arztpraxis Door of Hope hatte ich einige somalische Frauen kennengelernt. In der Stadt leben auch Chinesen und Pakistaner, zu ihnen gibt es bereits erste Kontakte. Doch die Somalier ... Vielleicht sie? Zumindest hatte ich einige von ihnen schon persönlich getroffen. Aber wie sollte daraus eine Musikarbeit entstehen? Noch war alles unkonkret.

Als ich zwei Monate später endlich ins Flugzeug nach Südafrika stieg, blieb mir nur ein Gedanke: Gott, wenn Du das nicht machst, dann wird das nie etwas. Ich wusste noch nicht alles – die entscheidenden Informationen kamen erst noch dazu.

Schon in meiner ersten Woche in George, ich lief gerade zur Spitze der Victoria Bay, sprach mich jemand an: „Bist du das?“

Es war Marika*, eine Bekannte, die seit ein paar Jahren Englisch für Geflüchtete unterrichtet – vor allem Somalier. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte mir, in der somalischen Kultur gelte Musik oft als haram , als Sünde. Eine Zeit lang war Musik sogar im Radio verboten. Das war erst mal ernüchternd; doch Marlika brachte mich in Kontakt mit jemandem, mit dem ich weiter darüber sprechen konnte.

Bei EMI (Ethnos Movement International) haben wir zweimal im Jahr ein Gebets- und Fastenwochenende. Es fiel auf mein drittes Wochenende in Südafrika. Ich nahm die eher aussichtslos wirkende Idee, somalischen Kindern Musik beizubringen, mit ins Gebet.

Und Gott sprach durch unsere Bibellese.

In Jakobus 4,17 steht: „Wenn jemand weiß, was gut und richtig ist, es aber nicht tut, macht er sich schuldig.“ Dieser Vers war wie ein sanfter, aber klarer Stups: Gib nicht auf.

Und Jakobus 5,13 sagte mir: „Ist jemand guten Mutes? Dann soll er Loblieder singen.“

In mir wuchs der Wunsch, dass die Stimmen der somalischen Geflüchteten mitsingen im himmlischen Chor, der Gott mit Lobliedern preist.

Einen Monat nach meiner Ankunft lud mich eine andere Missionarin spontan ein, sie zu einem Besuch bei somalischen Frauen in der Stadt zu begleiten. Weil es Samstag war, trafen wir auch einige der Kinder an.

Diese Begegnungen fühlten sich an wie von Gott geschenkt – kleine Zeichen, dass er am Werk ist.

Ich habe neue Hoffnung: Dass Gott diesen Weg vorbereitet hat. Dass er ihn weiter öffnet. Und dass die Stimmen und Instrumente der Somalier ihn loben werden – aus der Freude über die Vergebung und über Jesus, ihren Freund und Retter.

Betet gerne mit dafür.

*Name geändert

Gebetsanliegen

  • um Gottes weitere Führung in der Entstehung der Musikarbeit
  • für gute Vorbereitung unserer nächsten Freizeiten
  • dass viele Menschen durch unsere Öffentlichkeitsarbeit inspiriert werden, für unerreichte Volksgruppen zu beten
Tamaras Arbeit unterstützen

Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Tamaras Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

Icon
unterwegs | Ausgabe 2/2026
Jeandré* und Ashwin* haben großes musikalisches Talent. Doch ohne Ausbildung, Förderung und Perspektive bleibt vieles unerreichbar. Ein FSJ soll neue Wege öffnen.
Icon
unterwegs | November 2024
Immer wieder Südafrika – da, wo Gott mein Herz hingezogen hat, dort hat er weiten Raum geschaffen.