Mit Jesus auf dem Fußballplatz

Heidi Scheunemann trainiert talentierte 12- bis 16-jährige Fußballerinnen in der Fußballschule SSB Mutiara Timur in Papua (Indonesien). Besonders begabte Mädchen aus schwierigen Familienverhältnissen erhalten die Chance auf einen Wohnheimplatz und ein Stipendium für eine gute Schulausbildung auf der Insel Java; in der dortigen Mädchenfußball-Liga haben sie die Chance, von Nationaltrainern gesichtet zu werden.

Nur eine Woche, nachdem meine fünf jungen Papua-Fußballerinnen in Malang angekommen waren – wo sie nun für drei Jahre im Wohnheim leben, zur Schule gehen und hochwertiges Fußballtraining erhalten –, nahmen sie bereits an einem U-15-Fußballturnier mit den besten Mannschaften Ost-Javas teil. Kesya wurde erneut Torschützenkönigin – wie schon im Januar beim U-16-All-Stars-Turnier in Mitteljava und im April beim internationalen JSSL U-14-Turnier in Singapur, zu dem ich sie begleitet hatte. Und das mit gerade einmal 12 Jahren!

Kesyas Eltern sind nicht in der Lage, ihr eine gute Schulausbildung zu ermöglichen; oft wussten sie nicht einmal, wo sie sich aufhielt. Kesya war ständig unterwegs, spielte mit Jungs auf der Straße Fußball. Anfang des Jahres habe ich gemeinsam mit guten Freunden eine Stiftung gegründet, um vernachlässigten Mädchen mit Fußball-Potenzial eine Perspektive zu geben – insbesondere solchen, die keinerlei Unterstützung erhalten, obwohl sie das Zeug dazu haben, eines Tages in einem Profiteam zu spielen. Über diese Stiftung konnte ich Kesya ein Stipendium für ihre Schulausbildung in Java ermöglichen, schließlich ist sie eine hervorragende Fußballerin; im August wurde sie sogar ins Trainingslager der U-16-Nationalmannschaft eingeladen.

Vor genau einem Jahr erschien Kesya zum ersten Mal beim Training in meiner neu gegründeten Fußballschule für Mädchen in Papua –  sie machte auf uns einen wilden, hyperaktiven Eindruck. Es hat mich enorme Kraft und Geduld gekostet, sie im Training zu begleiten; schon bald war mir klar, dass sie aus ihrer toxischen Umgebung herausmusste, um echte Veränderung erleben zu können. Im Juni brachte ich sie deshalb nach Java, wo sie nun gemeinsam mit Nona, Bella, July und Kitty von liebevollen Wohnheimeltern betreut wird und die Chance auf eine bessere Zukunft hat.

Im September übernachteten die fünf Mädchen bei mir zu Hause in Malang. In der Abendandacht sprachen wir intensiv darüber, was es bedeutet, dass Jesus unser Guter Hirte ist. An diesem Abend beteten alle fünf, dass Jesus in ihr Herz kommen möge.

Die Gegenwart des Heiligen Geistes war spürbar. Es war ein sehr bewegender Moment – dafür bin ich unendlich dankbar.

Als ich anschließend nach Papua zurückflog, um dort weitere Talente der Fußballschule SSB Mutiara Timur zu trainieren, meine Assistentin vor Ort zu ermutigen und bei einem Trainerkurs für angehende Sportmissionare in Timika als Ausbilderin zu dienen, nahm Kesya mich zum Abschied innig in den Arm – das hatte sie zuvor noch nie getan. Ich weiß, dass dieses Mädchen einmal ein Vorbild für viele andere Mädchen in Papua sein wird. Jesus hat einen Plan mit ihr. Sie wird nicht nur zum Segen für ihre Familie werden, sondern auch heranwachsen zu einem lebendigen Zeugnis für die verändernde Kraft Jesu.

Mehr Infos zur Fußballschule und zu den Mädels gibt es auf der englischsprachigen Website ssbmutiaratimur.com und auf Instagram bei @ssb_mutiara_timur.

Gebetsanliegen

Bitte betet für Kesya und die anderen Mädchen in der Fußballschule SSB Mutiara Timur in Papua und in Java.

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