Mit dem Rollstuhl in der Wüste

Als ich als Behinderte den Ruf in die Mission bekam, waren viele skeptisch. Ich solle doch lieber für Missionare beten, so hieß es – aber Gott ließ nicht locker. Zunächst tat sich in Frankreich eine Tür auf, in einer Stadt, die speziell für behinderte Menschen konzipiert ist und in der vieles entsprechend eingerichtet war. Dort lernte ich viele Nordafrikaner kennen und merkte, dass mein eigentlicher Ruf dorthin ging. Auch wurde es immer schwieriger, geeignete Pflegepersonen zu finden, deren Dienstzeiten mit meinen Aufgaben in der Gemeinde vereinbar waren.

1998 kam ich nach Nordafrika und dort war es ganz anders: Es gab viele junge Leute, die gerne gegen ein für ihre Verhältnisse gutes Gehalt bei mir wohnen und jederzeit für meine persönliche Pflege zur Verfügung stehen wollten. Ich kann mir sogar einen eigenen Chauffeur leisten, der mich auf allen Fahrten im In- und Ausland begleitet.

Zuerst musste ich eine Sprachschule mit ebenerdigen Klassenräumen finden – so kam ich an meinen ersten Einsatzort im Innern des Landes. Über 20 Jahre war ich dort, habe in der Ausländergemeinde mitgearbeitet und war maßgeblich an der Gründung eines Behindertenzentrums beteiligt.

Gemeindegründung in der Wüste

Mein Fahrer, ein junger Mann aus dem Kongo, zog 2021 mit mir in eine Stadt in der Wüste, um dort die erste internationale Gemeinde zu gründen; wir versuchen, auch die einheimische Bevölkerung zu erreichen. Inzwischen haben wir unseren eigenen Gemeindesaal, ohne Hindernisse mit dem Rollstuhl erreichbar, und sogar einen afrikanischen Pastor, dessen Gehalt durch ein Projekt bei der VDM finanziert wird. Der Herr kann uns trotz unserer Einschränkungen gebrauchen – oder gerade deshalb!

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

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