Missionare – Abenteurer oder Berufene?
Es braucht beides, um in einer anderen Kultur heimisch zu werden: etwas Abenteuerlust und die Gewissheit der Berufung. Das Abenteuer beginnt schon gleich nach der Ankunft – man wird konfrontiert mit einer anderen Mentalität, einer anderen Werteskala, anderen Prioritäten. So ist Unpünktlichkeit auf einmal höflich und man entspannt sich, wenn möglichst viele Leute um einen herum sind. Alles ist anders, man blamiert sich in so mancher Situation. Wohl dem, der über sich selbst lachen kann! Sich an die Berufung durch Jesus zu erinnern hilft, Ängste, Zweifel und Probleme zu überwinden.
Wunder erleben
Vielen Missionaren fällt es schwer, finanziell abhängig zu sein. Auch darin haben wir viele Wunder erlebt: Als unsere Sprachschule bezahlt werden sollte und wir nicht wussten, woher das Geld nehmen, hat eine Frau, die wir nicht kannten, die nötige Summe überwiesen. Auch Heilung durften wir in dieser Zeit erleben, als Prisca plötzlich krank wurde; das Gleiche später in Gramado, als Sebastian krank war: Keiner wusste, was er hatte, da tauchte plötzlich eine Ärztin auf, die uns weiterhelfen konnte. So könnten wir mit vielen Erlebnissen fortfahren.
Gemeinsam wachsen
In unserem Dienst haben wir immer wieder gesehen, wie Gott jeden weiteren Abschnitt vorbereitet hat. In der Verantwortung an der Bibelschule in Brasilien erinnern wir uns an eine Situation mit Studenten, deren moralischer Fehltritt mit allen Studenten und Mitarbeitern geklärt werden musste – da empfindet man Einsamkeit, Hilflosigkeit und die Spannung zwischen disziplinarischer Maßnahme und Barmherzigkeit; durch Gottes Gnade konnten wir sie auflösen. Solche Situationen gehörten für unsere Studenten zu den praktischen „Lehreinheiten“ zum Thema Vergebung. Auch war es Vorbereitung auf unsere nächsten Aufgaben in der Leitung der VDM.
Weggefährte sein – Weggefährten haben
Neben vielem anderen war die Begleitung der Missionare die schönste Aufgabe. Wir haben mitgefiebert, wenn neue Projekte entstanden sind, mitgeweint, wenn Ehen zerbrachen oder Missionare von schweren Krankheiten betroffen waren, uns mitgefreut, wenn sie von Wundern und Siegen berichteten.
Wir sind dankbar für die vielen Geber und Beter, das großartige Team in der Zentrale, den wohlwollenden Vorstand, unsere Gemeinde in Bremen, um nur ein paar zu nennen.
Dankbar blicken wir zurück auf die 40 Jahre unseres Dienstes. Wir sind jetzt beide Rentner und möchten uns in dem Haus, das Gott uns geschenkt hat, auch weiterhin einsetzen für Menschen, die für Gott unterwegs sind. Danke allen, die uns über die vielen Jahre auf vielfältige Weise treu begleitet haben!
