Leben aus Koffern oder Leben ohne Koffer?

Liegen Höhen und Tiefen, Schwarz und Weiß, Feuer und Wasser nicht ganz dicht beieinander? Gibt es Licht ohne Schatten? Wir wünschen uns Wunder – aber sind wir auch bereit, die Not, den Mangel davor zu erleben?

Anfang September sind wir in La Paloma in Uruguay angekommen und erlebten in den ersten 10 Tagen Höhen und Tiefen so nah beieinander wie lange nicht mehr. Nach unserer Ankunft wurde festgestellt, dass unsere vier Koffer nicht mitgekommen sind. Alles das, was wir mitgenommen hatten, um uns in einem neuen Land ein „Zuhause“ einzurichten, konnte für einige Tage nicht einmal lokalisiert werden.

Abgesehen von warmer Kleidung, Surfmaterial, Büchern und Einrichtungsgegenständen bemerkten wir den emotionalen Wert unseres Gepäcks. Wir lernten, unser Materielles an Gott abzugeben, im Vertrauen auf ihn. Nach einigen Tagen konnte das Gepäck lokalisiert werden – und 8 Tage nach unserer Ankunft freuten wir uns riesig, unser Zuhause einrichten zu können. Vier „Geschenke“ warteten darauf, ausgepackt zu werden.

Feuer und Wasser

Während dieser ersten Tage der Ungewissheit fing zudem das Dach unseres Holzhäuschens Feuer, das durch den Kamin verursacht wurde. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen, doch trieften anschließend die Wände im Wohnzimmer vom Wasser und es dauerte einige Tage, bis wir das Haus wieder trocken bekamen und das Dach repariert wurde. Ein weiterer Tiefpunkt, der mit vielen Fragen verbunden war.

Feuer und Wasser – zwei Elemente, die eigentlich weit voneinander entfernt, in ihrer Wirkung aber ähnlich sind: beide können vernichtend oder lebensspendend sein.

Frieden überfließend

All dies forderte unsere Aufmerksamkeit in den ersten Tagen des Ankommens sehr, keinen Moment aber rüttelte es an dem Wissen, dass wir genau hier sein sollen. Wir erlebten neben viel Unterstützung einen Frieden, der alles menschliche Denken weit übersteigt. Ist es nicht das Versprechen, von dem Jesus in Johannes 14,27 spricht?

„Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst.“

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