Leben am Existenzminimum
Das ist für die Leute, unter denen wir arbeiten, die härteste Zeit: Auf dem Feld gibt es nichts Essbares; wenn noch ein paar Hühner und Enten durch den Hof laufen, ist das ein gutes Zeichen, denn das heißt, dass die Familie noch etwas Mais zum Füttern hat. Der Hund zeigt seine Rippen noch mehr als in anderen Zeiten. Die Lebensmittelpreise sind sehr gestiegen.
Vor der Fahrt zum Bibelstudium gehe ich in den Laden, um Reis, Öl, Nudeln, Mehl und Seife für die Familie zu kaufen. Kekse dürfen nicht fehlen, um gleich mal etwas in den
Magen zu bekommen. Für den Hund zwacke ich etwas Hundefutter von unseren Hunden ab. Auf die Frage am Telefon, was fehlt, bittet Fransiska um Medizin.
Nahrung für Körper und Geist
Juan und Fransiska haben dem himmlischen Vater gedankt, dass wir wieder zurückgekommen sind. Mit den Lebensmitteln konnten sie nicht rechnen, da wir diese Hilfe nicht regelmäßig bringen; doch sie freuten sich auf das Wort Gottes, das auch ihre Nahrung ist. Wir freuten uns, wie gut sie und ihre Familie bei der Wortauslegung mitmachten. Dieses Jahr gab es keine Trockenperiode, so ist das Gesäte schon sichtbar und damit die Hoffnung auf das tägliche Essen.
Keine „Reischristen“
In der Frage, wie wir mit Materiellem so helfen sollen, dass die Menschenwürde gewahrt bleibt, brauchen wir dringend die Leitung unseres Herrn Jesus; in dieser Hinsicht haben wir schon viele Fehler gemacht. Wir wollen nicht, dass Menschen aufgrund von materiellen oder anderen Anreizen Christen werden („Reischristen“), sondern sie sollen zu einem Leben im Vertrauen auf den lebendigen Gott finden.
