Knackpunkt Vergebung

In 25 Jahren Missionsarbeit in und um La Paz haben wir es selten erlebt, dass sich jemand entschuldigt oder um Vergebung gebeten hat. Das ist in der Kultur des bolivianischen Hochlandes nicht so üblich, wie wir es aus unserer Kultur kennen. Und wenn man es wagt, jemanden freundlich und vorsichtig auf einen Fehler hinzuweisen, wird dies meistens nicht akzeptiert; im Gegenteil, viele Leute reagieren beleidigt und kündigen lieber ihre Arbeit, als direkte, konstruktive Kritik anzunehmen.

Im Missionsalltag brauchen wir immer wieder viel Weisheit und Gottes Vergebung, wenn wir dann die Geduld verlieren. Als Missionare haben wir vor allem eine große Vorbildfunktion: Es gilt zu vergeben, ohne dass der andere um Vergebung gebeten hat, und andere um Vergebung für eigene Fehler zu bitten. So manches Mal durften wir zum Beispiel in unserem Mitarbeiterkreis erleben, dass das Herzen und Türen öffnet.

Bei der Rehabilitation

In der Seelsorge mit von der Straße und Drogen rehabilitierten Menschen ist das Thema „Vergebung“ meist der alles entscheidende Knackpunkt. Es bewegt uns sehr, wenn wir sie die Namen derer aufschreiben lassen, denen sie vergeben müssen, und ein Blatt Papier nicht ausreicht. Unglaublich, wie viel Leid, Gewalt und Ungerechtigkeit manche erlebt haben, viele in ihrer eigenen Familie! Dies ist fast immer der Grund, warum sie auf die Straße gegangen sind oder angefangen haben, Drogen zu nehmen.

Unsere Erfahrung ist, dass es im Leben der Rehabilitierten erst dann zum Durchbruch kommt, wenn sie Gottes Vergebung persönlich in Anspruch nehmen und dadurch bereit werden, anderen zu vergeben. Das ist oft ein langer, aber lohnenswerter Prozess.

In den Bergdörfern

Nach coronabedingter Pause konnten wir im Oktober endlich wieder mit Religions- und Englischunterricht in elf Bergdörfern beginnen. Viele Kinder hören die biblischen Geschichten zum ersten Mal und staunen, wie Gott die Menschen trotz ihrer Fehler liebt. In einem Interview in der Schule von Totorani sagte die zehnjährige Daniela: „Ich habe gelernt, dass Gott uns vergibt und auf uns aufpasst. Adam und Eva waren Gott ungehorsam, aber Gott hat trotzdem für sie gesorgt – sogar für Kleidung! Und Gott hat seinen einzigen Sohn geschickt.“

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Hinweis: Die Beiträge von Missionaren sind persönliche Zeilen und geben nicht notwendigerweise die Meinung der VDM wieder.

Juan und Anouschkas Blog

Hier gibt es noch mehr Beiträge und Geschichten von den Missionaren und ihrer Arbeit im Einsatzland zum Weiterlesen.

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Miguel war lange still und verschlossen. Niemand wusste, was in ihm vorging. Doch seit einiger Zeit ist alles anders: Wenn der Pick-up im Dorf hält, rennt er ihm lachend entgegen – und erzählt von dem, der ihm neuen Mut gegeben hat.
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unterwegs | Ausgabe 1/2025
„Was hast du eigentlich gedacht, als wir deine Straßenbande unter der Amerikabrücke besucht, euch Frühstück gebracht und von Gott erzählt haben?“, frage ich den Ex-Drogenhändler Marco. ...
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Update
Ihr Lieben! Die vergangenen Monate waren für uns voller Herausforderungen; im Rückblick sind wir dankbar, wie Gott uns durchgetragen hat. Wir freuen uns sehr, dass die gesamte Missionsarbeit in La Paz dank unserer langjährigen treuen Mitarbeiter weiterlaufen kann und möchten euch hier Aktuelles berichten.