Kleine Schritte verschieben Grenzen

Mission geschieht dort, wo Menschen an Grenzen kommen – das erleben wir immer wieder in unserem Dienst in der Gemeinde, besonders im Kinderdienst und in der Sonntagsschule. Grenzen zeigen sich hier oft leise, mitten im Alltag, zwischen Bauklötzen, Liedern und kurzen Gesprächen vor und nach dem Gottesdienst.

In den letzten Monaten ist uns besonders ein Junge in Erinnerung geblieben, fast drei Jahre alt, sehr aktiv und voller Energie. Immer wieder kam es vor, dass er im Affekt andere Kinder schubste oder schlug – während der Kinderstunden, aber auch im freien Spiel. Für die betroffenen Kinder war das schmerzhaft, für uns als Mitarbeiter herausfordernd. Wir griffen in den Situationen ein, beruhigten, trösteten und erklärten. Doch schnell wurde uns klar: Unsere Möglichkeiten enden hier. Die eigentliche Erziehungsarbeit liegt bei den Eltern.

Doch wir merkten, dass auch sie an ihre Grenzen kamen. Unsicherheit, Überforderung und Ratlosigkeit wurden spürbar. Wie reagiert man richtig? Wie setzt man Grenzen, ohne das Kind zu verletzen? Hier ging es längst um mehr als um praktisches Eingreifen in einer Kinderstunde – es ging um Hilflosigkeit und das Gefühl, allein zu sein mit einer Situation, die man nicht mehr im Griff hat.

Ein Wendepunkt kam, als die Eltern selbst auf uns zukamen und um Hilfe baten. In einem ruhigen Gespräch konnten wir zuhören, Erfahrungen teilen und vorsichtig einige Anregungen weitergeben. Keine fertigen Lösungen, keine schnellen Antworten – aber Ermutigung, Verständnis und kleine, alltagstaugliche Schritte.

Seitdem hat sich nicht alles sofort verändert. Der Junge bleibt lebhaft, Konflikte gibt es weiterhin. Doch Gott gab uns die Möglichkeit zu helfen und zu ermutigen: Die Eltern wirken sicherer, weniger allein. Es gibt mehr Geduld, mehr Klarheit – und auch wir sind sensibler geworden für unsere eigenen Grenzen.

Was bleibt, ist die Erfahrung, dass selbst kleine Schritte einen Unterschied machen können. Auch dort, wo Probleme nicht sofort gelöst werden, wächst Vertrauen. Und manchmal ist genau das der Anfang von Veränderung.

Gebetsanliegen

  • Dank für Gottes Wirken
  • Weisheit im Dienst mit den Kindern und Eltern
  • Durchbruch in unseren Finanzen

 

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