Kinder in Krisensituationen begleiten
In unserem Dienst haben wir immer wieder mit Kindern und Erwachsenen zu tun, die zum Teil schwer traumatisiert sind. Leider gibt es für traumatisierte Menschen im Slum in der Regel keine professionelle Hilfe.
Um den Kindern und ihren Eltern besser helfen zu können, haben wir in Zusammenarbeit mit Crisis Care Training International eine zweisprachige Fortbildung organisiert. Hierzu haben wir auch etliche Mitarbeiter aus anderen Organisationen eingeladen, die mit Straßen- und Waisenkindern arbeiten. Insgesamt waren wir über 40 Teilnehmer. Im Vorfeld haben wir über Wochen das Material in die Landessprache Tagalog übersetzt.
Praktisch und ganzheitlich helfen
An acht Vormittagen wurde uns Grundwissen zum Thema „Trauma und Traumafolgestörungen“ vermittelt. Uns wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie wir in unseren Diensten ganz praktisch traumatisierte Kinder begleiten und ihnen ganzheitlich helfen können, wenn keine professionelle Hilfe zur Verfügung steht. Es waren sehr intensive Vormittage. Bei vielen Teilnehmern brachen tiefe Wunden aus der eigenen Kindheit auf und es gab so einige „Aha“-Erlebnisse: Plötzlich wurden Zusammenhänge verstanden und sie bekamen Hoffnung, dass Gott auch diese Wunden heilen kann.
„Die Fortbildung hat mir sehr geholfen“
Eine unserer Mitarbeiterinnen berichtet (Veröffentlichung mit Genehmigung): „Ich wurde von meinem Vater missbraucht. Bis heute weiß meine Mutter nicht, was passiert ist. Meine Geschwister glaubten mir nicht. Ich habe meinen Vater gehasst und wollte mich umbringen. Die Fortbildung hat mir sehr geholfen. Ich weiß nun, was der Missbrauch in mir bewirkt hat und warum es mir so schwerfällt, Menschen zu vertrauen. Vieles kann ich nun besser einordnen. Ich musste oft weinen, vor allem, als es um das Thema Vergebung ging. Ich habe es auch geschafft, mich jemandem aus dem Team anzuvertrauen. Ganz besonders wertvoll war für mich die Gebetszeit. Ich bin sehr dankbar für diese Fortbildung.“
