Josef und der Wert säkularer Arbeit
„Josef, Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was in ihr gezeugt ist, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären, dem du den Namen Jesus geben sollst; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erretten“
Matthäus 1,20–21
Vor einigen Monaten hörte ich das Zeugnis einer jungen Christin, die in einem christlichen Werk eine Stelle angetreten hatte; sie sagte, sie hätte immer etwas mit Ewigkeitswert machen wollen und nun endlich könne sie das tun. Bei diesem Satz zog sich mein Herz kurz zusammen.
Hat unsere Arbeit wirklich nur dann einen Wert für die Ewigkeit, wenn sie in der Gemeinde oder einem christlichen Werk getan wird? Was ist mit den 99 %, die das nicht können?
Als Jesus geboren wurde, wurde er nicht in das Haus eines Priesters oder Pharisäers hineingeboren; dort hätte er den Tag damit zubringen können, zu beten und die Schriften zu studieren. Stattdessen wurde er in das Haus eines Zimmermanns hineingeboren. Er verbrachte 90 % seines Lebens dort, ging seinem Vater zur Hand und arbeitete schließlich selbst als Handwerker. Vielleicht, weil Jesu himmlischer Vater genauso war wie sein irdischer Vater: jemand, der kreiert, arbeitet und den Staub der Welt nicht scheut, um einen Grund zur Freude zu schaffen – so lernen wir Gott auf den ersten Seiten der Bibel kennen.
Dieser vielleicht unerwartete Aspekt der Weihnachtsgeschichte ermutigt uns sehr: Säkulare Arbeit kann Ewigkeitswert haben; sie ist nicht minderwertig oder nur Mittel zum Zweck. Wenn Gott zu Beginn der Welt und zu seiner Zeit auf der Welt arbeitete und wir nach seinem Bild geschaffen wurden (1. Mose 1,26) und in Christi Bild verwandelt werden sollen (2. Kor. 3,18), dann dürfen auch wir zupacken und die Welt so gestalten, dass andere dadurch gesegnet werden. Wir hoffen, dass durch unseren Dienst mit PERMISSION noch viele Christen diese Perspektive auf ihre Arbeit gewinnen – denn wenn sie das tun, werden sie nicht nur die Welt verändern, sondern ihre Werke werden ihnen in die Ewigkeit nachfolgen (Offb. 14,13).
