Jollof-Reis und Weihnachtslieder

Man muss die Feste feiern, wie sie fallen – zur Ehre Gottes. In unserem kunterbunten Viertel voller Menschen aus West- und Nordafrika sind Feiertage mehr als nur ein arbeitsfreier Tag: Sie sind ein Tag der Familie, Gemeinschaft, Zugehörigkeit. Gemeinsam zu feiern ist ein Zeichen für Ehre und Respekt.

Damit haben sie mit Jesus mehr als nur eines gemeinsam. Auch in seinem kulturellen Umfeld war Feiern eine Frage der Ehre und des Respekts – und doch kam er unbemerkt zur Welt, ohne Platz in der Herberge, ohne ehrende Feier.

Das erste Weihnachten war eine Zusammenkunft der Übersehenen und Vergessenen in Ehrfurcht vor dem König der Könige.

Viele Menschen in unserem Viertel in Marseille sind weit weg von ihrer Familie; sie fühlen sich nirgends zugehörig, sind ohne Gemeinschaft und wissen nicht, wo sie Feste feiern könnten. Damit haben wir eine schöne Möglichkeit, dem ersten Weihnachten ganz nah zu sein und unsere Nachbarn einzuladen, den König der Könige zu feiern. Ob als erstes Weihnachten in einer Familie seit der traumatischen Reise über das Meer oder als Entdecken eines ganz neuen Festes und unseres Herzens dahinter: Jeder ist willkommen und jeder darf ein Stück von seinem Herzen mitbringen. So sind wir versammelt bei Jollof-Reis, heißer Schokolade und Baklava, singen Weihnachtslieder und hören die Weihnachtsgeschichte.

Dabei ist Weihnachten nicht das einzige Fest, in dem wir einen Ort der Gemeinschaft und Zugehörigkeit gestalten dürfen; auch zu Erntedank erleben wir Gemeinschaft und bringen sogar Menschengruppen zusammen, die sonst wenig Kontakt miteinander haben, wenn wir Jesus danken für alles, was er uns geschenkt hat. Auch Geburtstage zelebrieren wir in unserem Viertel mit einem Geburtstagskalender, in den jeder eingetragen wird, der das möchte. Auf Geburtstagskuchen, Ermutigung und Gebet an seinem Ehrentag reagiert der eine mit Tränen der Rührung und der andere mit einem Freudentanz.

Alle erleben sie in Wort und Tat die Antwort auf die Frage eines Nachbarn: „Warum habt ihr Ausländer so lieb?“ – „Weil der Gott, dem wir nachfolgen, selbst den Tag seiner Geburt als ‚Gott und doch Menschʻ auf der Erde verbrachte mit denen am Rande der Gesellschaft: so auch wir hier in Marseille.“ Frohe baldige Weihnachten!

Gebetsanliegen

  • eine bewegende Weihnachtsfeier mit der Nachbarschaft
  • Offenheit für die rettende Botschaft im Herzen der Menschen
  • tiefe Freude für das Team in einer quirligen Jahreszeit
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