Irgendwann hörten wir auf zu zählen
Wie sehr sich die Größe des Landes im Alltag widerspiegelt, war mir nicht bewusst. In den drei Sommermonaten waren wir über 20.000 km weit unterwegs, nur um zu einem Bible-Camp zu fahren und zu einer Konferenz; zwischendurch besuchten wir noch einige Kollegen und Unterstützer der Northern Canada Evangelical Mission. Die ersten zehntausend Kilometer waren besonders und auch die nächsten Tausender zählten wir noch, doch dann hörten wir auf – lange Strecken gehören hier in Kanada eben einfach dazu, zumindest für uns. Vier Stunden fahren wir eben mal noch so am Nachmittag, in Deutschland hätten wir uns das länger überlegt! Im Grunde genommen befinden wir uns seit der Ankunft auf der Reise; unsere Wohnung ist eher eine Homebase. Die meiste Zeit sind wir weg.
Die ersten Jahre muss es Jesus, Maria und Josef ähnlich gegangen sein: Die Homebase war Nazareth, doch das verließen sie. Sie waren sehr viel unterwegs – erst die große erzwungene Reise nach Bethlehem vor der Geburt und dann von dort die Flucht nach Ägypten. Das ist bei uns nicht der Fall: weder der Zwang noch die Flucht. Hätten Josef und Maria wählen können, wären sie sicher in Nazareth geblieben. Wir konnten wählen. Keiner hat uns gezwungen, nach Kanada zu gehen; wir sind dem Ruf Gottes hierher gefolgt. Unsere Reisen durch Kanada gehören zu unserem Dienst und wir genießen das, auch wenn jede Reise ihre eigenen Herausforderungen hat wie die Sache mit dem platten Reifen bei Kilometer 300. Wie gut, dass ein Freund sich auf den Weg machte und uns zu Hilfe kam! Die restlichen Tausende von Kilometern liefen die Reifen, aber auch das Wild über die Straße … In allem haben wir Gottes Segen und Bewahrung erlebt.
Der HERR aber ist es, der selbst vor dir hergeht; er wird mit dir sein und wird dich nicht aufgeben noch dich verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht!
5. Mose 31,8
Wie die junge Familie aus der Weihnachtsgeschichte machten wir auf unseren Reisen ein Quartierhopping durch: Viele Nächte verbrachten wir in den unterschiedlichsten Unterkünften. Besonders beeindruckt haben uns die zahlreichen Übernachtungen bei Glaubensgeschwistern – wir erlebten Wärme, Gastfreundschaft, intensive Gemeinschaft, ermutigende Gespräche und wunderbares Essen. Auch manche Erzählung über die erschreckende Situation der Ureinwohner begegnete uns. Eine findest du hier: https://youtube.com/playlist?list=PL99SHYQI5R2oTaUk6anr2n8xTiZp6D7rC&si=6VhMj3ySp7IHh7Rp
