In Treue säen

Mit viel Geduld und Liebe habe ich Amahle*, eine Erzieherin im Township, angeleitet und mit ihr viele Gespräche über den Glauben geführt. Sie hat Angst, sich ganz auf Gott zu verlassen, und klammert sich stattdessen an den Ahnenlauben, den sie aus ihrer Familie kennt. Vor ein paar Monaten musste Amahle entlassen werden, da sie beim Stehlen erwischt wurde. Was nun? War meine Zeit mit ihr umsonst?

 

Warum bin ich auch nach fast zwölf Jahren immer noch unterwegs mit Menschen in diesem Winkel der Erde? Warum investiere ich in Frauen wie Amahle, auch wenn ich immer wieder Geschichten wie ihre oder ähnliche erlebe?

Ich bin überzeugt, dass jeder Same, den ich in Treue säe, von Gott gebraucht werden kann. Mein Leben als Nachfolgerin Jesu ist in jeder Begegnung mit Menschen ein Samenkorn, das in ihr Leben gelegt wird. Ich darf Zeugnis sein und Hoffnung weitergeben.

Mein Leben als Nachfolgerin Jesu ist in jeder Begegnung mit Menschen ein Samenkorn, das in ihr Leben gelegt wird. Ich darf Zeugnis sein und Hoffnung weitergeben.

Viele meiner Samen werde ich vermutlich nicht selbst aufgehen sehen; doch ich weiß, dass jede Investition in Menschen ihren Wert hat und nicht vergeblich ist. Amahle sehe ich nicht mehr – und ich weiß nicht, was die Begegnung mit mir in ihrem Leben bewirkt hat; aber ich vertraue, dass Gott daraus etwas machen kann. Und so gehe ich weiter meinen Weg, begleite die Frauen, die jetzt im Kindergarten arbeiten, und darf erleben, wie neue Samen in ihre Herzen gelegt werden.

Und ich mache mir bewusst, dass die Arbeit mit Menschen immer auch bedeutet, selbst Gottes Nähe zu suchen und ihm ähnlicher zu werden: Ich lasse mich als sein Tongefäß von ihm formen und immer mehr in die Frau verwandeln, die er aus mir machen möchte. Ich möchte dem Heiligen Geist mehr Raum in meinem Leben geben und – wie Johannes der Täufer sagt – „kleiner werden“. Wenn ich das tue, wird Gottes Werk in mir nach außen strahlen und zu einem Samen werden, der in das Leben von Menschen gepflanzt wird. Und Gott wird Früchte schenken, auch wenn ich die nicht unbedingt immer sehen darf.

*Name geändert

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