In eine andere Kultur eintauchen
Wir wurden eingeladen nach Potosi in Bolivien, 4000 Meter über dem Meer, um auf einer Konferenz zu sprechen. Man erzählt, zur Kolonialzeit sei Potosi nach London die zweitgrößte Stadt der Welt gewesen – dank dem sehr ergiebigen Silbervorkommen. Bis heute wird hier Silber abgebaut.
Die Höhe machte sich vor allem dann bemerkbar, wenn ich eine Treppe etwas schneller hinaufstieg oder sehr schnell sprach – man komm leicht außer Atem. Aber Gott schenkte viel Gnade für alle Versammlungen. Die Geschwister können kaum genug bekommen davon, bis zu sechs Mal am Tag durfte ich sprechen über das Thema „Eine gute vertikale Beziehung für eine gute horizontale Beziehung“. Am Sonntagmorgen um sechs Uhr früh stand ein Taufgottesdienst in einer heißen Quelle auf dem Programm.
Das Essen war typisch für die Gegend, vieles davon hatte ich in meinem Leben noch nie gegessen – zum Beispiel getrocknetes Lamafleisch, das findet man sogar auf der Pizza. Für eine Lamafleisch-Suppe legt man einen glühenden Stein in die Mitte des Tellers und bringt sie so zum Kochen – die Hitze hält, bis das Fleisch weich ist.
Mit Stößen geweckt
Die Versammlung nach dem Mittagessen war ein wenig schwierig – etliche schliefen auf ihrem Platz ein. Während der Predigt standen auf einmal einige Brüder auf und liefen durch die Reihen und schauten dabei nach links und rechts. Wenn sie jemanden schlafen sahen, bekam dieser einen heftigen Stoß, damit er wieder hellwach wurde.
Gott wirkte auf wunderbare Weise. Manche Brüder haben ihre Probleme in Ordnung gebracht, andere kehrten um zu Gott und es gab auch einige Menschen, die ihr Leben Christus übergeben haben.
